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  • Corona: Merck will Formel für Corona-Pille Molnupiravir mit armen Ländern teilen

Kostenfreie Lizenz für arme Staaten: Hersteller gibt Corona-Medikament für Entwicklungsländer frei

  • Das experimentelle Arzneimittel Molnupiravir gilt als vielversprechendes Medikament, um schwere Corona-Verläufe zu verhindern.
  • Jetzt hat das Unternehmen Merck eine gebührenfreie Lizenz angekündigt, die Herstellung und Verkauf des Mittels in 105 Entwicklungsländern ermöglichen soll.
  • Es wird erwartet, dass Medikamenten­hersteller in Entwicklungs­ländern die fünftägige Behandlung für Kosten von etwa 20 US-Dollar (rund 17 Euro) gewährleisten können.
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Kenilworth. Das US-Pharma­unternehmen Merck & Co. will einer von den Vereinten Nationen unterstützten gemeinnützigen Organisation einen kostenfreien Lizenzvertrag für die Herstellung des Covid-19-Medikaments Molnupiravir gewähren. Dadurch soll in den ärmsten Ländern der Welt, in denen kaum Corona-Impfstoff zur Verfügung steht, eine Versorgung mit dem Präparat ermöglicht werden, berichtet die „New York Times“.

Unterlizenzen für Hersteller in Entwicklungs­ländern

Demnach stelle die Vereinbarung mit dem „Medicines Patent Pool“ sicher, dass in insgesamt 105 Ländern – die meisten davon in Asien und Afrika – mit der Herstellung der antiviralen Pille begonnen werden könne. Unternehmen in diesen Ländern könnten eine Unterlizenz für Molnupiravir erhalten.

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Merck & Co. hatte im Oktober eine klinische Studie veröffentlicht, der zufolge eine frühzeitige Behandlung von Hochrisiko­patienten mit Molnupiravir die Zahl späterer Krankenhaus­einweisungen und Todesfälle halbiert. Noch vor der Zulassung durch die zuständigen Behörden bemühten sich daraufhin wohlhabende Länder wie etwa die USA um Verträge mit dem Pharma­unternehmen, die große Teile der verfügbaren Mengen gebunden hätten. Dies verstärkte die Sorge, dass ärmere Staaten, wie bereits beim Corona-Impfstoff, von der Versorgung mit Molnupiravir faktisch ausgeschlossen werden könnten.

Behandlungskosten von 20 Dollar erwartet

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Es wird erwartet, dass Medikamenten­hersteller in Entwicklungs­ländern die fünftägige Behandlung für Kosten von etwa 20 US-Dollar (rund 17 Euro) gewährleisten können. In den USA liegt der Preis im Moment bei 712 Dollar (614 Euro) pro Behandlung. Merck & Co. kündigte zudem an, allen Herstellern mit einer Unterlizenz, die Hilfe bei der Produktion brauchen, die nötige Technologie zur Verfügung zu stellen.

Unterstützerinnen und Unterstützer des freien Zugangs zu Medikamenten haben die Entscheidung, die am Mittwochmorgen bekannt gegeben wurde, gewürdigt. Die Merck-Lizenz gewährleiste einen bedeutenden Schutz für die Bewohnerinnen und Bewohner der Länder, die insgesamt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, sagte der Leiter der gemeinnützigen Forschungs­institution Knowledge Ecology International, James Love, der „New York Times“.

RND/kau

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