Corona-Medikament Remdesivir: Gesundheitsgremium zurückhaltend bezüglich Nutzen

  • Zum Beginn der Pandemie galt das Medikament Remdesivir als großer Hoffnungsträger für die Behandlung von Covid-Patienten und -Patientinnen.
  • Die Weltgesundheitsorganisation hatte sich jedoch bereits im November 2020 reserviert geäußert.
  • Nun kommt auch ein deutsches Gesundheitsgremium zu einer eher zurückhaltenden Einschätzung.
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Berlin. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hat sich zurückhaltend zum Nutzen des Medikaments Remdesivir bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankungen geäußert. Erwachsene Patienten mit noch nicht sehr schwerer Lungenentzündung könnten davon profitieren, teilte das oberste Entscheidungsgremium des deutschen Gesundheitswesens am Donnerstag mit. Das Ausmaß des Zusatznutzens werde aber nur als gering eingestuft. Für schwerer erkrankte Erwachsene und Jugendliche von 12 bis 18 Jahren habe in einer eigenen Bewertung kein Zusatznutzen festgestellt werden können.

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Remdesivir war vom US-Pharmakonzern Gilead ursprünglich für die Bekämpfung des Ebola-Virus entwickelt worden. Nach Ausbruch der Corona-Pandemie galt es eine Zeit lang als Hoffnungsträger. Es erhielt im Juli 2020 als erstes Mittel in der EU eine Zulassung unter Auflagen zur spezifischen Behandlung bestimmter Patienten.

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Einfluss auf Überlebenschance nicht zu bewerten

Der Gemeinsame Bundesausschuss verwies mit Blick auf seine Bewertung auch auf Unsicherheiten bei angewendeten Therapie-Alternativen und einer „teils heterogenen Studienlage“. Der Vorsitzende Josef Hecken erläuterte: „Bei einer Patientengruppe – Erwachsene, deren durch Coronaviren ausgelöste Lungenentzündung noch nicht sehr schwer ist – erholten sich bis zum Studienende unter Remdesivir mehr Patientinnen und Patienten von der Krankheit als unter den Vergleichstherapien.“

Ob Remdesivir auch Einfluss auf das Überleben der Patienten hat, habe wegen sehr unterschiedlicher Ergebnisse in den eingeschlossenen Studien nicht bewertet werden können. Studien vom Beginn der Pandemie seien nur eingeschränkt auf die heutige Versorgungslage übertragbar. Denn wegen gewachsener Therapieerfahrungen könnten Patienten generell anders und besser behandelt werden - besonders auch mit Einsatz des Mittels Dexamethason.

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WHO bereits im November zurückhaltend

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte sich bereits im November 2020 reserviert geäußert. Ein Expertengremium kam zu dem Schluss, dass das Mittel „keinen bedeutenden Einfluss auf die Sterblichkeit“ habe. Das gelte auch für andere wichtige Faktoren wie den Bedarf an künstlicher Beatmung oder die Zeit bis zu einer Besserung. Es sei zudem noch nicht ausgeschlossen, dass das Medikament auch Schaden anrichten könnte. Dazu kämen die Kosten.

RND/dpa

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