Schwere Nebenwirkungen: Französische Behörde warnt vor Chloroquin als Covid-19-Medikament

  • Die französische Behörde für Arzneimittelsicherheit rät von den Medikamenten Hydroxychloroquin und Kaletra ab.
  • Sowohl das Malaria-, als auch das HIV-Medikament können schwere Nebenwirkungen wie Herzstörungen auslösen.
  • Noch ist kein Medikament bekannt, das gegen Covid-19 helfen könnte.
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Paris. Frankreichs Behörde für Arzneimittelsicherheit (ANSM) warnt vor möglichen Nebenwirkungen des Malariamittels Hydroxychloroquin oder des HIV-Medikaments Kaletra bei Covid-19-Erkrankten. “Einige wenige Fälle von schwerwiegenden Nebenwirkungen wurden gemeldet und werden derzeit analysiert”, teilte die ANSM mit.

Medikament kann Herzstörungen auslösen

Die Behörde betonte, dass die Medikamente unter keinen Umständen als Selbstmedikation oder auf Verschreibung eines örtlichen Arztes eingenommen werden dürften. “In diesem Zusammenhang fordern wir die Verantwortung eines jeden, unnötige Krankenhausaufenthalte aufgrund des Missbrauchs dieser Medikamente zu vermeiden”, hieß es weiter.

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In Frankreich ist die Behandlung mit Hydroxychloroquin und Kaletra von Covid-19-Erkrankten nur bei schweren Verläufen und nach Abstimmungen von mehreren Ärztinnen und Ärztinnen erlaubt. Die Behörde warnte vor allem vor Herzstörungen, die durch den Einsatz des Malariamittels in Kombination mit anderen Medikamenten auftreten können. "Wir erinnern daran, dass bis heute kein Medikament formell als wirksam für die Behandlung oder Prävention von Covid-19 nachgewiesen wurde", betonte die Behörde.

Trump sieht in Chloroquin ein Geschenk Gottes

US-Präsident Donald Trump hatte Chloroquin als “Geschenk Gottes” im Kampf gegen das Coronavirus bezeichnet. “Hydroxychloroquin und Z-Pak, ich denke, diese Kombination sieht wahrscheinlich sehr, sehr gut aus”, sagte er in einer Pressekonferenz. Trotz möglicher Risiken hat auch die Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten das Medikament für den Einsatz in Notfällen zugelassen.

RND/dpa/lb

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