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  • Corona-Maßnahmen nach zehn Tagen lockern: Forscher sehen Wirkung der Kontaktsperre bestätigt

Wissenschaftler: Noch zehn Tage, dann könnten Maßnahmen gelockert werden

  • Forscher der Universität Göttingen geben Hoffnung auf eine baldige Lockerung der Corona-Maßnahmen.
  • Einer Covid-19-Simulation zufolge haben die Beschränkungen eine klare Wirkung gezeigt.
  • Die Erkenntnis: Hätte es keine oder weniger Beschränkungen gegeben, wäre die Zahl der Infektionen deutlich höher gewesen.
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Göttingen. Die Menschen in Deutschland können laut einer Simulation von Göttinger Wissenschaftlern schon bald auf eine Lockerung der Covid-19-Einschränkungen hoffen. Die Kontaktbeschränkungen rund um Covid-19 haben der Simulation zufolge die gefürchtete exponentielle Ausbreitung des Virus gebrochen. “Wir sehen eine klare Wirkung der Kontaktsperre vom 22. März, und natürlich den Beitrag von jeder einzelnen Person”, sagte die Leiterin eines Forschungsteams des Max-Planck-Instituts, Viola Priesemann. “Unsere Gesellschaft kann wirklich stolz darauf sein, dass sie diese Wende geschafft hat.”

Ohne Corona-Maßnahmen “inzwischen rund 200.000 bestätigte Infektionen”

“Wenn die Beschränkungen im sozialen Leben noch etwa zehn Tage aufrechterhalten werden, ist eventuell eine Lockerung der Maßnahmen möglich”, hieß es in einer Mitteilung des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation am Mittwoch. Dazu müssten aber die bestehenden Regeln zunächst weiter sehr sorgfältig eingehalten werden. Im besten Szenario könne es bald “nur” 100 Neuinfektionen pro Tag geben. Die Forschungsgruppe simuliert seit Mitte März den Verlauf der Corona-Epidemie in Deutschland.

Dem Modell zufolge würden die aktuell geltenden Beschränkungen bewirken, dass die Zahl der Neuinfizierten in den kommenden zwei Wochen weiter absinken werde. So könnten schwer erkrankte Covid-19-Patienten in Deutschland bestmöglich versorgt werden. “Unsere Modellrechnung zeigt auch, dass wir inzwischen rund 200.000 bestätigte Infektionen hätten, wenn es etwa bei den milden Beschränkungen vom 8. März geblieben wäre, ganz zu schweigen davon, wenn es gar keine Maßnahmen gegeben hätte”, so Viola Priesemann. Derzeit gibt es in Deutschland über 118.000 bestätigte Coronavirus-Infektionen (Stand 10.04.2020, 9.30 Uhr).

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Virus-Ausbreitung schon ab ersten Maßnahmen deutlich abgenommen

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Bereits durch die Beschränkungen um den 8. März, die etwa Fußballspiele ohne Fans nach sich zogen, sowie die zusätzlichen Maßnahmen um den 16. März wie etwa die Schließung von Schulen habe die effektive Ausbreitungsrate bereits deutlich abgenommen. Die gesamte Entwicklung sei ermutigend, aber noch keine Entwarnung, hieß es. “Wenn jetzt die Beschränkungen aufgehoben werden, sind wir wieder ganz am Anfang”, sagte Priesemann. “Wir sehen ganz klar: Die Fallzahlen in zwei Wochen hängen von unserem Verhalten jetzt ab.”

RND/bk/dpa

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