Ärztevertreter: Corona-Massentests an Schulen nicht mehr notwendig

  • Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte spricht sich für eine Abschaffung der Massentests an Schulen aus.
  • Der Grund: Kinder erkrankten seltener schwer an Covid-19.
  • Er sorge sich eher um die steigende Zahl der Atemwegserkrankungen durch das RSV bei Kindern.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, hat sich für eine Abschaffung der regelmäßigen Corona-Tests an Schulen ausgesprochen. „Wir brauchen die anlasslosen Corona-Massentests in Schulen nicht mehr“, sagte Fischbach der „Bild Zeitung“). Denn Kinder erkrankten selten schwer an Covid-19.

„Was uns aktuell wirklich Sorgen bereitet: Die Kinderstationen sind voll mit ganz jungen Patienten, die an Atemwegserkrankungen durch das RSV leiden“, sagte Fischbach. Corona-Fälle seien die Ausnahme. Der riesige logistische Aufwand der Schnell-Tests lohne sich nicht und führe nicht selten zu falschen Ergebnissen.

Die Pandemie und wir Unser Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise ‒ jeden Donnerstag.
Anzeige

Zahl der RSV-Infektionen bei Kindern aktuell deutlich höher als üblich

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte zuletzt von einem starken Anstieg der Krankenhaus-Einweisungen wegen Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV), einer Infektion der oberen Luftwege, bei Ein- bis Vierjährigen berichtet. In dieser Altersgruppe wurden in den Septembermonaten vor der Pandemie zwischen 60 und 70 Kinder pro Woche mit schweren Atemwegsinfekten in Kliniken behandelt. Im September dieses Jahres waren es etwa doppelt so viele. Gefährlich kann dieser Infekt insbesondere für Frühgeborene und vorerkrankte Kinder im ersten Lebensjahr werden. Das RKI erwartet, dass die Zahl der RSV-Infektionen im Winter weiter zunimmt.

Die Durchführung der Corona-Tests wird an Schulen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt. An den weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen müssen Schülerinnen und Schüler beispielsweise dreimal pro Woche Corona-Selbsttests durchführen. An den Grund- und Förderschulen wird nur zweimal mithilfe von PCR-Pooltests, auch Lolli-Tests genannt, getestet. Dabei entnehmen die Kinder sich mit einem Wattestäbchen die Probe selbst, die dann gesammelt zu denen der anderen kommt. Ähnlich sieht es im Saarland aus. Auch hier sollen ab November die Lolli-Tests eingeführt werden. In Sachsen hingegen entfällt die Testpflicht für geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler ganz.

RND/dpa/mr

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen