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Modellstudie: Masken könnten in den USA 130.000 Leben retten

  • Forscher der University of Washington warnen in einer Modellstudie vor bis zu einer halben Million Corona-Toten in den USA bis Frühjahr 2021.
  • Der Mund-Nasen-Bedeckung sprechen die Wissenschaftler dabei eine große Rolle zu.
  • Das konsequente Tragen von Masken könnte demnach rund 130.000 Menschen retten.
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Mehr als 220.000 Menschen sind in den USA bereits an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Modellberechnungen eines Forscherteams der University of Washington zufolge, könnte diese Zahl in den nächsten Monaten weiter drastisch steigen. Die Wissenschaftler rund um Chris Murray vom Institute for Health Metrics and Evaluation erwarten mehr als 500.000 Todesfälle bis Ende Februar 2021. „Wir rechnen fest damit, dass wir auf eine ziemlich düstere Wintersaison zusteuern“, sagte Murray bei der Vorstellung der Modellstudie.

Neben verhängten Social-Distancing-Maßnahmen spiele die universelle Verwendung von Masken laut der Forscher bei der Bekämpfung der Pandemie in den USA eine entscheidende Rolle. Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit eine Mund-Nasen-Bedeckungen tragen, so könne die Zahl der Toten um 130.000 Fälle verringert werden, schreiben die Wissenschaftler in einem Artikel für die Fachzeitschrift „Nature Medicine“. Würden 85 Prozent der US-Amerikaner eine Maske tragen, so rechnet die Gruppe rund um Murray mit 96.000 weniger Todesfällen. „Es gibt zunehmende Belege dafür, dass Gesichtsmasken die Übertragung von Viren wie SARS-CoV-2 erheblich reduzieren und damit die Ausbreitung von Covid-19 begrenzen können“, heißt es.

Kritik an Modellberechnungen

Andere Experten kritisieren das Modell und warnen davor, dass die Schätzungen auf zu vielen Annahmen beruhen. „Das ist keine Vorhersage oder Prognose, denn wir können diese Nummer außer Kraft setzen“, zitiert die „New York Times“ Shweta Bansal, zuständig für Modellberechnungen von Infektionskrankheiten an der Georgetown University. Ihrer Meinung nach solle die Studie als „Gedankenexperiment“ angesehen werde, dessen Ausgang sich erheblich verändern könnte, wenn die Menschen ihr Verhalten ändern. „Ich hoffe, dass Menschen diese Studie als einen Aufruf zum Handeln sehen, als eine Art Weckruf, vor allem für diejenigen, die von den Zerstörungen, die diese Pandemie anrichtet, noch nicht überzeugt sind“, sagte sie der Zeitung. Auch Ashleigh Tuite von der Universität von Toronto übt Kritik an der Studie. Derartige Modelle seien fehleranfällig, „wenn man bedenkt, wie dynamisch die Situation ist und wie schnell sich Dinge ändern können“.

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Fauci drängt zur Maskenpflicht

Die Studie prognostiziert zudem, dass bevölkerungsreiche Bundesstaaten wie Kalifornien, Texas und Florida besonders viele Krankheits- und Todesfälle registrieren könnten. Auch die Krankenhäuser würden erneut an ihre Kapazitätsgrenzen geraten. „Wir erwarten, dass der Anstieg in den Bundesstaaten und auf nationaler Ebene weiter zunehmen wird und wir Ende Dezember und im Januar auf eine hohe Zahl täglicher Todesfälle zusteuern“, sagte Murray. Derzeit gibt es in den USA keine landesweite Maskenpflicht. Während in Kalifornien oder New York die Menschen dazu verpflichtet sind, Mund und Nase in der Öffentlichkeit zu bedecken, verzichten Staaten wie Florida oder South Carolina auf ein sogenanntes „Mask Mandate“.

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In einer Befragung im September gab knapp die Hälfte der US-Amerikaner an, stets eine Maske zu tragen. Eine Pflicht und Strafen bei Verstößen könnten die Anzahl der Menschen erhöhen, die sich mit einer Mund-Nasen-Bedeckung schützen, schlägt Murray vor. Auch der beratende Virologe Anthony Fauci drängt die Regierung mittlerweile zu einer landesweiten Einführung. „Wenn die Leute keine Masken tragen, dann sollten wir es ihnen vielleicht vorschreiben“, sagte Fauci am Freitag dem Fernsehsender CNN.


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