Studie aus England: Kinder erkranken und sterben äußerst selten an Corona

  • Ein Forscherteam hat analysiert, dass in England innerhalb eines Jahres 25 Kinder an einer Corona-Infektion starben
  • Die meisten von ihnen hatten schwere Vorerkrankungen.
  • Das Risiko für Kinder und Jugendlich, schwer zu erkranken oder zu sterben, sei demnach weiter gering.
Alice Mecke
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Hannover. Nach mehr als einem Jahr Corona-Pandemie kommt eine englische Studie zu dem Schluss, dass Kinder äußerst selten schwer an Corona erkranken oder an einer Infektion sterben. So zeigt eine Studie der ersten 12 Monaten der Pandemie in England, dass zwischen März 2020 und Februar 2021 25 unter 18-Jährige an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben sind. Auf England bezogen ergibt sich dadurch das Risiko, dass zwei von einer Million Kindern an Sars-CoV-2 sterben könnten.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des University Colleges London und der Universitäten York, Bristol und Liverpool überprüften für ihre Studie Englands Daten zur öffentlichen Gesundheit. 3105 unter 18-Jährige starben demnach während des ersten Pandemiejahres (März 2020 bis Februar 2021) in England. Unter diesen Fällen wurde gefiltert, welches Kind an den Folgen einer Corona-Infektion starb, oder an einer anderen Ursache, aber zum Zeitpunkt des Todes positiv auf Corona getestet wurde.

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Die meisten hatten Vorerkrankungen

25 Kinder und Jugendliche sind an ihrer Corona-Erkrankung gestorben – die meisten von ihnen hatten laut der Studie eine Vorerkrankung. Etwa 15 hatten „lebensgefährliche“ Erkrankungen, darunter 13 mit komplexen geistigen Beeinträchtigungen. Fast 40 Prozent der Verstorbenen seien von ihrer ethnischen Zugehörigkeit her asiatisch gewesen, die Mehrheit jedoch waren ethnische Engländerinnen und Engländer, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Bei sechs Kindern wurde zudem keine Erkrankung festgestellt, möglicherweise sei diese aber übersehen worden, schreibt das Forscherteam. Weitere 36 Kinder hatten zum Zeitpunkt ihres Todes ein positives Corona-Testergebnis, starben aber an anderen Ursachen.

Nur wenige Krankenhausaufenthalte

Zudem analysierte das Team, wie viele Kinder bis Februar 2021 wegen Corona im Krankenhaus behandelt wurden. Etwa 5800 Kinder seien mit dem Virus aufgenommen worden – rund 367.600 für andere Notfälle. 250 von ihnen hätten eine Intensivpflege benötigt und 690 Kinder seien wegen einer entzündlichen Erkrankung im Zusammenhang mit Corona, dem sogenannten pädiatrischen inflammatorischen Multisystemsyndrom, behandelt worden.

Obwohl die Risiken insgesamt gering waren, seien Kinder mit chronischen Erkrankungen, fettleibige und junge Menschen mit Herz- und neurologischen Erkrankungen am stärksten gefährdet.

„SARS-CoV-2 ist sehr selten tödlich, selbst bei Patienten mit zugrunde liegenden Komorbiditäten“ (zusätzlichen Erkrankungen, Red.), fasst das Team ihre Ergebnisse zusammen. Auf dieser Grundlage könne man nun Familien, Medizinerinnen und Medizinern und die Politik über weitere und zukünftige Maßnahmen und Impfungen für unter 18-Jährige informieren und beraten.

RND/ame

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