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Corona-Inzidenzen steigen: Wie sollten sich ältere Menschen jetzt schützen?

  • Die Zahl der Corona-Infektionen nimmt zu, die Zahl der Menschen, die mit einer Infektion ins Krankenhaus müssen, auch.
  • Besonders betroffen sind ältere Menschen.
  • Experten raten neben dem Impfbooster dazu, weiterhin die Kontaktregeln einzuhalten und Masken zu tragen.
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Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen. Und obwohl vor allem bei den Jüngeren das Infektions­geschehen hoch ist: Die schwersten Covid-Fälle treten weiterhin überwiegend bei älteren Menschen auf. Im RKI-Wochenbericht von vergangener Woche, heißt es, die höchste Inzidenz hospitalisierter Fälle sei zuletzt in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen verzeichnet worden, gefolgt von der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen.

Intensivmediziner und ‑medizinerinnen erwarten in den kommenden Wochen einen weiteren Anstieg. Er rechne saisonal bedingt und mit Blick auf steigende Inzidenzen „mit einem Anstieg der Covid-Patienten auf den Intensivstationen“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der Funke-Mediengruppe.

Wie sollten ältere Menschen sich in dieser Pandemiephase schützen?

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Boosterimpfungen spielen wichtige Rolle

Ein wichtiger Bestandteil ist laut Fachleuten die Boosterimpfung. Die dritte Impfung könne nicht nur Hochbetagte und Immunsupprimierte vor einem schweren Verlauf schützen, sondern auch „sehr kurzfristig das Infektions­geschehen positiv beeinflussen und weitere Ansteckungen verhindern“, sagt Till Koch, Facharzt am Universitäts­klinikum Hamburg-Eppendorf, dem Science Media Center. Das sei gerade jetzt im Herbst und Winter wichtig. Ähnlich sieht es Christian Althaus vom Schweizer Institut für Sozial- und Präventiv­medizin (ISPM): „Für Risikogruppen und Personen ab 60 oder 70 Jahren sind Booster wohl langsam angebracht, je nachdem, wann die zweite Impfung abgeschlossen wurde.“

Doch die Experten sind sich einig: Auf die Impfung allein sollte man sich nicht verlassen. „So wichtig die Booster auch sind, sollte man ihre Bedeutung nicht allzu hoch hängen. Mindestens genauso wichtig, wenn nicht noch wichtiger ist die Einhaltung der Kontakt­maßnahmen und das Tragen der Masken, gerade für Ältere, selbst wenn sie geimpft sind“, sagt Koch.

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„Komplizierte Corona-Lage“: Epidemiologe Zeeb wirbt für Booster-Impfungen
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Aufgrund steigender Corona-Infektionen begrüßt Hajo Zeeb, Epidemiologe des Bremer Leibniz-Instituts, schnelle Booster-Impfungen – vor allem für Ältere.  © RND

„Machen Sie es so wie im letzten Winter“

Denn mit deutlich steigendem Infektions­druck, also deutlich steigenden Infektions­zahlen, erhöht sich auch das Risiko für Geimpfte, erklärt Ralf Reintjes, Professor für Epidemiologie und Gesundheits­bericht­erstattung an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Eine „absolute Sicherheit“ biete die Impfung nicht.

„Wenn Sie sich vor einer Infektion schützen wollen, machen Sie es also so weit es geht wie im letzten Winter“, rät der Experte. „Halten Sie Ihren Impfschutz effektiv (gegebenenfalls durch eine Boosterimpfung) und vermeiden Sie ungeschützte Kontakte. Die AHA-Regeln und das Lüften haben auch in diesem Winter ihre Bedeutung.“

Dazu gehöre auch eine mögliche Kontakt­reduktion: „Das muss nicht die eigens gewählte Quarantäne daheim sein, aber mit Blick auf die Feiertage sollte man sich schon fragen, mit wem man ein Familienfest plant“, sagt Koch.

RND/mr

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