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  • Corona-Intensivstationen: Bis zu 6.000 Intensivpatienten bis Ende November erwartet

Krankenhausgesellschaft rechnet Ende November mit 6000 Corona-Intensivpatienten

  • Die Zahl der Corona-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen, steigt rasant.
  • An diesem Freitag wird nach einer Prognose der Krankenhausgesellschaft der Höhepunkt vom April erreicht.
  • Danach droht eine weitere Verdoppelung der Zahl.
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Berlin. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass bei der Zahl der Corona-Intensivpatienten bereits an diesem Freitag der Höchststand von April erreicht wird. „Die Krankenhäuser stehen in der zweiten Corona-Welle vor noch größeren Herausforderungen als im Frühjahr“, erklärte der Verband am Donnerstag. Damals mussten auf dem Höhepunkt Mitte April insgesamt 2850 Covid-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt werden.

Am Donnerstag meldete die Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) 2653 Corona-Patienten auf den Intensivstationen, 1422 von ihnen mussten künstlich beatmet werden.

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Verdoppelung in zwei Wochen

Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten verdoppele sich aktuell innerhalb von zwei Wochen, betonte die Krankenhausgesellschaft. „Die Tendenz ist weiterhin stark steigend, sodass bis Ende November mit einer nochmaligen Verdoppelung auf dann 6000 Patienten zu rechnen ist”, so die Prognose.

Derzeit sind laut DIVI-Intensivregister 6894 Intensivbetten frei. Bei einer Verdoppelung der aktuellen Corona-Patientenzahlen würden die Kapazitäten also rein rechnerisch noch ausreichen.

Die Krankenhausgesellschaft erneuerte gleichwohl ihre Forderung an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die ausgelaufene Freihaltepauschale wieder einzuführen, um den Verdienstausfall durch das Verschieben von planbaren Operationen auszugleichen. „Die gewaltige Herausforderung zwingt die Kliniken, die Regelversorgung schrittweise zurückzufahren”, sagte DKG-Chef Gerald Gaß. Anders als im Frühjahr wolle man aber einen bundesweiten und generellen Lockdown der Kliniken verhindern. „Medizinisch dringliche Leistungen stehen nicht zur Disposition“, betonte der Verbandschef.

Die Grünen im Bundestag schlossen sich der Forderung an. „Angesichts der dramatischen Infektionszahlen muss Bundesgesundheitsminister Spahn jetzt die Freihaltepauschalen für Krankenhäuser wieder einführen, damit die Krankenhäuser in der Pandemie Planungssicherheit haben“, sagte Vizefraktionschefin Anja Hajduk.

Kliniken unter Druck

Viele Krankenhäuser seien finanziell unter Druck, warnte sie. „Wenn sie aufgrund finanzieller Not darauf verzichten, ausreichend intensivmedizinische Kapazitäten bereitzustellen, ist die Regierung hierfür mitverantwortlich“, sagte die Grünen-Politikerin. Die Fallzahlen der letzten Tage zeigten, dass es nicht reiche abzuwarten, bis die Corona-Maßnahmen wirkten.


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