Intensivmediziner: Bei Pandemiebekämpfung nicht mehr nur auf Inzidenz schauen

  • Da in Deutschland immer mehr Menschen geimpft sind, muss die Aussagekraft des Inzidenzwerts neu überlegt werden, so Intensivmediziner.
  • Nur so könne die mögliche Gefahr für das Gesundheitssystem gemessen werden.
  • Ab Herbst rechnen sie mit hohen Inzidenzwerten aber einem kleinen Wert an Intensivpatienten.
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Berlin. Intensivmediziner sprechen sich dafür aus, bei der Pandemiebekämpfung nicht mehr ausschließlich die Inzidenzwerte in den Fokus zu stellen. „Mit steigender Impfquote ist der Inzidenzwert alleine weniger aussagekräftig, um die potenzielle Gefahr für das Gesundheitssystem messen zu können“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, der „Rheinischen Post“ (Samstag).

„Wir rechnen damit, dass die Inzidenzwerte im Herbst, wie in England aktuell schon der Fall, stärker steigen werden als die Zahl der Intensivpatienten“, so der Intensivmediziner.

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Viele Impfungen ruft neue Faktoren auf den Plan

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) äußerte sich am Freitag ähnlich: Die Inzidenzwerte würden weiter eine wichtige Rolle spielen, „weil sie natürlich eine Aussage darüber treffen, wie viele Leute sich neu mit Corona infizieren“, sagte er. „Aber wenn wir jetzt in der Situation sind, dass eine hohe Zahl von Bürgern geimpft ist, müssen wir natürlich weitere Faktoren einbeziehen.“ Ganz wichtig sei die Frage, wie gut die Impfung gegen neue Varianten wie Delta wirke.

RND/dpa

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