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Sieben Fragen zu Omikron

Geboostert und trotzdem an Corona erkrankt: Wie verhalte ich mich richtig?

Eine Schülerin macht einen Corona-Schnelltest im Klassenzimmer (Symbolbild).

Ein Corona-Schnelltest kann einen ersten Hinweis darauf liefern, ob man sich mit Omikron angesteckt hat.

Bisher haben mindestens 48 Millionen Menschen in Deutschland eine Auffrischungs­impfung gegen Covid‑19 erhalten (Stand: 16. März). Das sind rund 58 Prozent der Bevölkerung. Gleichzeitig zeigt sich in der Omikron-Welle: Auch Geboosterte können sich noch mit dem Virus anstecken und auch erkranken. Wie wahrscheinlich ist das – und was tun im Fall der Fälle? Ein Überblick.

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1) Wie wahrscheinlich ist es, trotz Booster zu erkranken?

Exakt beziffern lässt sich nicht, wie wahrscheinlich es ist, dass man sich trotz Booster mit Corona ansteckt und erkrankt. Studien zeigen aber, dass, wer eine Auffrischimpfung erhalten hat, deutlich besser vor Covid‑19 geschützt ist als mit einer Grundimmunisierung oder ganz ohne Impfschutz. „Weiterhin wird für alle Altersgruppen die Effektivität einer Auffrischimpfung gegenüber einer symptomatischen Infektion als hoch, die Effektivität gegenüber einer Hospitalisierung als sehr hoch eingeschätzt“, heißt es im aktuellen Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) von Mitte Februar.

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Wie effektiv die Impfung im Einzelfall vor Erkrankung schützt, hängt von der eigenen Gesundheit und dem eigenen Immunsystem ab, wie stark man Kontakt mit dem Erreger hat, aber auch von der Variante, mit der man sich infiziert: Bei Omikron, der inzwischen dominanten Variante in Deutschland, sieht es so aus: Wenn man geboostert ist, ist nach bisherigen Schätzungen mit einem rund 80-prozentigen Schutz vor sympto­matischer Erkrankung zu rechnen.

Über die Transmission unter Omikron, also wie wahrscheinlich man sich als geboosterte Person überhaupt ansteckt, gibt es laut dem RKI bisher keine ausreichenden Daten. Bislang sieht es so aus, dass Geimpfte sich weniger wahrscheinlich infizieren. Es ist aber unklar, in welchem Ausmaß. Die bisher vorliegenden Daten weisen darauf hin, dass nach einer Auffrisch­impfung mit 55 bis 75 Prozent Schutz vor Infektion gerechnet werden kann.

Bei der Delta-Variante, die ebenfalls noch in geringem Umfang hierzulande zirkuliert, ist der Impfschutz vor Infektion und Erkrankung wirksamer als bei Omikron, wie aussagekräftige Untersuchungen belegen. Die Wahrscheinlichkeit, schwer zu erkranken und im Krankenhaus behandelt werden zu müssen, ist bereits bei zweifach Geimpften um 90 Prozent geringer, eine symptomatische Infektion zu 75 Prozent. Das heißt: Wenn in einer Gegend mit vielen aktiven Corona-Fällen etwa 20 Fälle je 1000 Personen auftreten, dann würden in dieser Gegend 20 von 1000 ungeimpften Personen an Covid‑19 schwer erkranken, aber nur etwa zwei von 1000 geimpften Personen, erklärt das RKI.

2) Wieso kann man trotz Booster an Covid‑19 erkranken?

Das heißt aber auch: Mit Impfung und Auffrischung ist man nicht absolut vor einer Omikron-Infektion und Covid‑19 geschützt. Auch Geboosterte können sich noch mit dem Coronavirus anstecken, Symptome wie Husten und Schnupfen entwickeln und an Covid‑19 erkranken – aber eben weniger wahrscheinlich und weniger schwer als Ungeimpfte und zweifach Geimpfte. Das hat mehrere Gründe:

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  • Alle zugelassenen Impfstoffe wirken sehr gut, bieten aber keinen 100-prozentigen Schutz. Sie sorgen jedoch dafür, dass Infektionen deutlich seltener und Krankheits­verläufe sehr selten vorkommen. Das war bereits bei der Zulassung der mRNA- und Vektor­impf­stoffe klar.
  • Die Omikron-Variante mindert die Wirksamkeit der bisher vorhandenen Impfstoffe in deutlichem Maße.
  • Studien haben gezeigt, dass der Immunschutz bei bestimmten Gruppen weniger ausgeprägt sein kann. Dazu zählen beispielsweise immun­geschwächte Menschen, Hochbetagte und Pflegebedürftige.
  • Studien haben auch gezeigt, dass der Immunschutz zwar nicht von heute auf morgen verschwindet, aber mit der Zeit nachlassen kann. Bereits nach zwei bis drei Monaten sinken relevante Antikörpertiter im Blut. Es ist aber noch unklar, wie stark der Immunschutz bei Geboosterten durch weitere wichtige Bereiche des Immunsystems bestehen bleibt.
  • In der Omikron-Welle zirkuliert das Virus besonders stark in der Bevölkerung. Die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, war noch nie so hoch – und damit auch das Risiko, sich als geimpfte Person anzustecken.

3) Können Geboosterte noch andere anstecken?

Das Risiko, andere mit Omikron anzustecken, ist durch den Booster ebenfalls vermindert, geht aber nicht gegen null. Wer sich trotz Impfung infiziert und PCR-positiv wird, kann ebenfalls noch infektiöse Viren ausscheiden. Deshalb empfiehlt das Robert Koch-Institut, präventiv auch als geboosterte Person die allgemein empfohlenen Schutz­maß­nahmen einzuhalten: Alltagsmasken tragen, Hygieneregeln beachten, Abstand halten und lüften.

4) Sollten sich Geboosterte vorbeugend testen lassen?

In Deutschland sind Geboosterte laut geltenden 2G-plus-Regeln in den meisten Fällen von einer Testpflicht ausgenommen – etwa wenn man ins Restaurant oder auf ein Konzert will. Freiwillig kann man vor einem Besuch natürlich immer einen Schnelltest durchführen – das bietet mehr Sicherheit. Es gibt zudem eine Ausnahme, bei der die nationale Teststrategie auch Geboosterten das Durchführen eines PCR-Tests anrät: „Es ist weiter unbedingt erforderlich und angeraten, bei Symptomen einer neu auftretenden Atemwegs­erkrankung wie zum Beispiel Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten (unabhängig vom Impfstatus) zu Hause zu bleiben, die Haus­arzt­praxis zu kontaktieren und sich je nach ärztlicher Einschätzung testen zu lassen“, heißt es im RKI-Wochenbericht.

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Insbesondere auch, wenn man zeitgleich Kontakt zu jemandem hatte, der oder die bereits positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde. Ein PCR-Test wird in so einem Fall vor allem denjenigen empfohlen, die zu einer Risikogruppe zählen, in Krankenhäusern oder Arztpraxen arbeiten, Kontakt zu vielen Menschen in geschlossenen und schlecht belüfteten Räumen haben. Ob ein PCR-Test bei Geimpften mit Symptomen durchgeführt wird oder ein Schnelltest ausreicht, entscheidet im jeweiligen Fall der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin. Bei einem Ausbruch in größerem Setting, etwa in einer Schule, im Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung, wird das Gesundheitsamt zurate gezogen, um umfangreicher zu testen.

5) Wie können Geboosterte das Ansteckungsrisiko noch minimieren?

Für Geimpfte, Genesene, Ungeimpfte gleichermaßen empfiehlt die Gesundheits­behörde angesichts der Omikron-Welle: Alle nicht notwendigen Kontakte sollten nach Möglichkeit reduziert und Reisen vermieden werden. Sofern Kontakte nicht gemieden werden können, sollten sie auf einen engen, möglichst gleich­bleibenden Kreis von Personen beschränkt werden. „In Innenräumen sollten kontinuierlich medizinische Masken getragen werden“, heißt es im Wochenbericht. Größere Veranstaltungen und Feiern im öffentlichen und privaten Bereich sollten abgesagt oder gemieden werden. Es wird empfohlen, die Corona-Warn-App zu nutzen. Wer Kontakt zu besonders gefährdeten Personen hat, sollte geboostert sein und vor dem Treffen einen Test machen.

6) Muss man bei einem Impfdurchbruch in Quarantäne und Isolation?

Entwickeln sich Symptome, sollte eine Selbstisolierung und zeitnahe PCR-Testung erfolgen.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Jeder, der sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat, soll sich nach derzeitiger Regelung in Isolierung begeben – das gilt unabhängig vom Impfstatus. Damit soll sichergestellt werden, dass infizierte Personen möglichst niemanden anstecken. Auch Geboosterte, die sich angesteckt haben, müssen sich also in den eigenen vier Wänden isolieren. Das ist eine behördlich angeordnete Maßnahme. Derzeit gilt: Zehn Tage soll man sich absondern – ohne abschließenden Test. Man kann auf sieben Tage verkürzen, wenn 48 Stunden zuvor keine Symptome mehr zu spüren waren und ein zertifizierter Antigen-Schnelltest oder PCR-Test negativ ausgefallen ist.

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Anders sieht es bei der Quarantäne aus: Wer nur Kontakt zu einem Infizierten hatte, selbst aber geboostert ist und keinen positiven Testnachweis hat, muss nach den Empfehlungen des RKI nicht in Quarantäne. Im konkreten Fall kann auch das Gesundheitsamt vor Ort entscheiden, ob man als geboosterte Person nach einer bestätigten Infektion noch in Quarantäne muss. Geboosterte Kontaktpersonen sollten aber ihren Gesundheitszustand beobachten. „Entwickeln sich Symptome, sollte eine Selbstisolierung und zeitnahe PCR-Testung erfolgen“, empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

7) An wen können sich Geboosterte bei Symptomen wenden?

Fieber, Husten, Schnupfen, Geschmacksverlust: Wer Symptome einer Atemwegs­erkrankung jeglicher Art verspürt, sollte demzufolge zu Hause bleiben und sich von anderen isolieren. Auch ein Schnelltest kann einen ersten Verdacht bestätigen. Das gilt für Geboosterte genauso wie für einfach, zweifach oder nicht Geimpfte. Man kann sich für das weitere Vorgehen telefonisch an die eigene Haus­arzt­praxis wenden, aber auch an Teststellen und Fieber­ambulanzen. Auch unter der Nummer 116 117 gibt es Hilfe. Das ist die bundesweite Rufnummer des Kassen­ärztlichen Not­dienstes.

Bei einem milden Verlauf kann man die Infektion zu Hause auskurieren, sollte sich aber von anderen Haushalts­mitgliedern isolieren. Verbessert sich der gesundheitliche Zustand während der ersten Woche der Covid‑19-Erkrankung nicht oder verschlechtert sich sogar, sollte man sich unbedingt an Hausärztin oder Hausarzt wenden. Im Notfall, beispielsweise bei akuter Atemnot, sollte man die 112 wählen oder eine Rettungsstelle kontaktieren.

Dieser Artikel wurde am 16. März 2022 aktualisiert.

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