Schleswig-Holstein: Mehrheit stirbt an durch Sars-CoV-2 verursachter Lungenentzündung

  • Mehr als 52.000 Menschen sind seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland verstorben.
  • Obduktionen aus dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein zeigen, dass die meisten Patienten dort an den Folgen von Covid-19 sterben.
  • Die häufigste Todesursache war dabei eine durch Sars-CoV-2 verursachte Lungenentzündung.
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Kiel. Die Mehrzahl der Corona-Patienten stirbt an den Folgen von Covid-19, so das Ergebnis von Pathologen des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). Seit Beginn der Pandemie wurden im Krankenhaus 42 Obduktionen durchgeführt, die Aufschluss über die genaue Todesursache der Patienten geben sollten. „Nur bei vier Personen fand sich keine Covid-19-assoziierte Todesursache“, sagte Prof. Christoph Röcken, Direktor des Instituts für Pathologie am UKSH, den „Lübecker Nachrichten“.

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Ältere Menschen erkranken oftmals schwer an Covid-19

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Der häufigste Todesgrund war eine durch Sars-CoV-2 verursachte Lungenentzündung. Diese stellten die Pathologen bei 88 Prozent der Infizierten fest. Auch Embolien traten vermehrt auf – also Gefäßverschlüsse, die durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) verursacht werden. „Diese Blutgerinnsel entstehen, weil Sars-CoV-2 die Zellen, die Blutplättchen herstellen, aktiviert“, erklärte Röcken.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind mehr als 52.000 Menschen in Deutschland im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Ein besonders hohes Risiko für einen schweren bis tödlichen Krankheitsverlauf haben ältere Menschen. Nach Angaben des RKI waren 86 Prozent der in Deutschland an Covid-19 Verstorbenen 70 Jahre alt oder älter. Der Altersdurchschnitt liegt bei 82 Jahren.

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Post-Covid-Syndrome können auftreten

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Die von Sars-CoV-2 verursachten Organ- und Gewebeschäden können nicht nur zum Tod führen, sondern auch nach überstandener Krankheit die Patienten stark beeinträchtigen. „Die allermeisten Patienten überleben die Erkrankung, das heißt aber nicht, dass sie keine bleibenden Schäden davontragen können“, sagte Prof. Kerstin Mertz, Pathologin am Schweizer Kantonsspital Baselland, im vergangenen November im RND-Interview. Sie gehört zu den ersten Pathologen weltweit, die verstorbene Corona-Patienten untersucht haben.

„Wir konnten durchaus Organschäden an den verstorbenen Patienten feststellen, von denen ich annehme, dass sie auch bei Patienten, die nach schwerem Krankheitsverlauf überleben, vorhanden und nur schwer regenerierbar sind“, so Mertz. „Es könnte also sein, dass wir insgesamt in den Geweben zunehmend Folgeerscheinungen von Covid-19 diagnostizieren müssen. Aber in welchem Ausmaß diese Post-Covid-Syndrome auftreten werden, das müssen wir in den kommenden Monaten und Jahren sehen.“

RND/lb

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