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Rasanter Anstieg bei Corona-Infektionen in Irland: Woher kommen die Rekordinzidenzen?

Die sonst äußerst belebte Grafton Street, Dublins Haupteinkaufsstraße, im Januar 2021.

Die sonst äußerst belebte Grafton Street, Dublins Haupteinkaufsstraße, im Januar 2021.

Trotz Ausgangssperren zu Weihnachten und geschlossenen Pubs leidet die Republik Irland mit ihren nur 4,904 Millionen Einwohnern unter massiven Anstiegen bei den Corona-Zahlen. Die letzte erhobene landesweite 14-Tage-Inzidenz (29.12. bis 11.01.) lag bei 1410,3 Krankheitsfällen pro 100.000 Einwohner.

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In einzelnen Countys (Landkreisen) liegen die Zahlen noch weit über der alarmierenden nationalen Inzidenz. Im County Monaghan etwa schoss der Wert auf 2650,4 hochgerechnete Fälle. Auch in etlichen anderen Countys liegen die Inzidenzen zwischen 1500 und 2300 Fällen. Den niedrigsten Wert lieferte Wicklow mit 671,1 Fällen auf 100.000. Am Dienstag kamen 3052 neue Fälle hinzu.

Lockdown in Irland: Höchste Gefahrenstufe

46 Todesfälle waren am Dienstag zu beklagen, eine Zahl, die wahrscheinlich rapide steigen wird. Der Immunologe Professor Luke O’Neill sagte der „Irish Times“, es bestehe das Risiko, dass die täglichen Todesraten auf mehr als 100 steigen könnten. Er nannte die aktuelle Covid-Situation „einen höchst unberechenbaren Mahlstrom“.

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Seit den Weihnachtsfeiertagen ist es den Menschen nicht mehr gestattet, ihren eigenen Landkreis zu verlassen. Es gilt die höchste Gefahrenstufe, reguläre Geschäfte, Restaurants, Friseursalons und ähnliche als nicht systemrelevant eingestufte Institutionen sind dicht. Jetzt rätseln Experten, woran der Anstieg in der Republik Irland liegt, galt doch der EU-Staat bis in den September hinein als Covid-Musterland.

Corona in Irland: 41 Prozent der Neuinfizierten hatten die neue Virusvariante

Im Land wächst jetzt die Sorge, dass die rapide ansteigenden Zahlen etwas mit der in Großbritannien aufgetauchten neuen Corona-Mutation zu tun haben könnten. Der Taoiseach, Irlands Regierungschef, Micheál Martin sagte, das 41 Prozent der Besucher aus Großbritannien, die Irland während der Weihnachtsfeiertage besuchten und positiv getestet wurden, die neue Mutation des Virus in sich getragen hätten. Diese Variante gilt als rund 70 Prozent infektiöser als die bisher bekannten Covid-Virenstämme. „Das ist ein sehr beunruhigender Faktor einer ganzen Anzahl beunruhigender Faktoren“, sagte Martin der „Irish Times“.

Mittlerweile gelten für Reisende aus Großbritannien und Südafrika, wo die neue Mutation auch vermehrt aufgetreten ist, empfindliche Sanktionen, wenn sie bei der Einreise keinen negativen Test vorweisen können. Testmuffeln drohen Geldbußen in Höhe von 2500 Euro oder Gefängnis bis zu sechs Monaten. Von Strafkatalogen lassen sich allerdings weder das alte noch das neue Coronavirus aufhalten, Tests können auch unmittelbar nach einer Infektion noch negativ ausfallen und so liegt der Schluss nahe, dass die offene Grenze zur britischen Provinz Ulster im Norden der Insel sowie die sogenannte CTA (Common Travel Area, gemeinsames Reisegebiet) ein logistisches Problem darstellen.

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Irland: Reiseverkehr nach Großbritannien größenteils uneingeschränkt

Die CTA ist ein Mini-Schengen zwischen England, Schottland, Wales, der Republik Irland, Nordirland, den Kanalinseln und der Isle of Man. Obwohl Teile der nordirischen Politik, allen voran die republikanische Sinn Fein, vehement einen Einreisestopp aus Großbritannien fordern, hat sich die nordirische Regierung noch nicht dazu durchgerungen.

Dabei verschlechtert sich auch die Lage in der zu Großbritannien gehörenden Provinz Ulster. In einem gemeinsamem Statement warnten die sechs führenden Gesundheitsorganisationen in Nordirland am Sonntag davor, dass sich die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern bis zur dritten Januarwoche verdoppeln werde.

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Auch die Lage in den Hospitälern wird zunehmend prekärer. Zum einen nimmt die Zahl der Intensivpatienten zu, zum anderen stehen etliche Betten nicht zur Verfügung, weil sich Personal mit Covid-19 infiziert habe. Die HSE, die nationale Gesundheitsbehörde der Republik Irland, teilte mit, dass 600 Betten in Krankenhäusern öffentlicher Träger deshalb nicht nutzbar seien. Auch in Pflegeheimen sorgt das Virus für Personalknappheit. Rund 800 Ausfälle seien wegen einer Corona-Infektion zu beklagen, hieß es. HSE-Chef Paul Reid sagte, das Gesundheitssystem stehe unter „steigendem Druck“.

Hoffnung auf die Corona-Impfungen

Eine Linderung dieses Drucks ließe sich perspektivisch nur durch Impfungen erreichen, so die HSE. Reid sagte, man versuche eine Million Impfdosen pro Monat für die Iren zu organisieren. Angesichts von 35.000 Impfungen in der abgelaufenen Woche ein durchaus ambitionierter Plan.

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