Corona in Großbritannien: Britische Regierung warnt vor schärferen Maßnahmen

  • Angesichts steigender Corona-Zahlen warnt die britische Regierung vor schärferen Maßnahmen im Kampf gegen das Virus.
  • Derzeit setzt die Regierung nur in lokalen Verbreitungsbrennpunkten schärfere Maßnahmen durch.
  • Großbritannien verzeichnete erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 7000 Neuinfektionen pro Tag.
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London. Der britische Premierminister Boris Johnson hat angesichts des weiter grassierenden Coronavirus und steigender Infektionszahlen die Briten erneut zu mehr Disziplin aufgerufen. „Wenn die Zahlen es erfordern, werden wir nicht zögern, wieder schärfere Maßnahmen einzuführen“, sagte Johnson am Mittwoch in London. Ob dies nötig werde, hänge „einzig und allein davon ab, wie effektiv wir dieses Virus unterdrücken“. Er wolle unbedingt vermeiden, Großbritannien in einen „vollständigen Lockdown“ zurückzuführen.

Derzeit setzt die Regierung noch darauf, nur in lokalen Verbreitungs-Brennpunkten schärfere Maßnahmen einzuführen. So gelten etwa im Nordosten Englands sowie in Schottland und Nordirland Kontaktbeschränkungen.

Zahl der täglichen Todesfälle auf 70 gestiegen

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Gesundheitsexperte Patrick Vallance warnte, die Entwicklung laufe derzeit "in die falsche Richtung". In den vergangenen Tagen hatte Großbritannien erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 7000 Neuinfektionen pro Tag gezählt. Die Zahl der täglichen Todesfälle verdoppelte sich innerhalb einer Woche auf rund 70. Johnson appellierte an seine Landsleute, strikt Abstand zu halten und Masken zu tragen.

Der Sprecher des Unterhauses, Lindsay Hoyle, hatte zuvor eine Revolte etlicher Abgeordneter abgelehnt, die mit einem Antrag mehr Mitsprache über die Corona-Maßnahmen erlangen wollten. Hoyle rief die Regierung jedoch dazu auf, die Abgeordneten dennoch stärker mitreden zu lassen - das Parlament sei teilweise "mit Missachtung" gestraft worden. Gesundheitsminister Matt Hancock kündigte daraufhin an, die Abgeordneten über weitgehende nationale Corona-Maßnahmen - wenn möglich - abstimmen zu lassen.

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In den vergangenen Monaten hatte die Regierung unter dem "Coronavirus Act" weitgehend ohne parlamentarische Kontrolle Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie beschlossen - und dies mit Zeitdruck und notwendiger Flexibilität begründet.

RND/dpa

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