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  • Corona in Bremen: Kurioser RKI-Wert von 100,2 Prozent geimpften Erwachsenen

Kurioser RKI-Wert: Warum sind in Bremen 100,2 Prozent der Erwachsenen gegen Corona geimpft?

  • Das kleinste Bundesland als größtes Vorbild: Bremen weist bundesweit die höchste Rate an vollständig geimpften Menschen auf.
  • Die jüngst angegebene Rekordimpfquote verwirrt jedoch: Laut RKI sollen 100,2 Prozent der Erwachsenen in Bremen mindestens einmal geimpft sein.
  • Der Wert ist ein Resultat der Meldebürokratie hierzulande.
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Bremen ist in Sachen Corona-Impfkampagne der bundesweite Spitzenreiter: Kein anderes Bundesland weist derart gute Quoten bei den Erst- und Zweitimpfungen auf. Damit haben sich viele Strategien als zielführend erwiesen: Impfberechtigte erhielten Einladungsbriefe, Fachleute klärten Menschen in ärmeren Stadtteilen über die Impfungen auf, und Impftrucks besuchten Gegenden, in denen Menschen seltener Arztpraxen und Impfstellen aufsuchten.

Obwohl die Impfkampagne in Bremen vorbildlich verläuft, wirkt ein aktueller Wert des Impfquotenmonitorings des Robert Koch-Instituts (RKI) etwas unlogisch: Demnach sind inzwischen 100,2 Prozent der Erwachsenen in Bremen mindestens einmal geimpft.

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Impfquote: Meldeverfahren führt zu verfälschten Werten

Der verwirrende Wert ist ein Resultat der Meldebürokratie hierzulande: „Die regionale Zuordnung aller durchgeführten Impfungen erfolgt anhand des Ortes der impfenden Stelle und nicht anhand des Wohnortes der geimpften Person“, erläutert das RKI. „Nur die Angabe des Ortes der impfenden Stellen ist in allen Datenquellen enthalten.“

Konkret heißt das: Wenn sich Menschen aus Niedersachsen in Bremen impfen lassen, erhöht sich dadurch nicht die Impfquote in Niedersachsen, sondern in Bremen. „Da diese regionalisierten Impfdaten zur Berechnung einer Impfquote auf die jeweilige Wohnbevölkerung bezogen werden, können dabei rechnerisch auch Anteile von über 100 Prozent kalkuliert werden“, erklärt das RKI.

Das Beispiel Bremen zeigt die Folgen eines Kompromisses beim Meldeverfahren der Impfungen: Kassenärztinnen und Kassenärzte nutzen nicht das Verwaltungstool des RKI, sondern ein eigenes, das den Wohnort nicht übermittelt, wie der „Spiegel“ berichtet. Demnach seien vor allem Stadtstaaten von solchen verfälschten Statistiken betroffen – denn viele Leute aus dem Umland ließen sich bei ihren Hausärztinnen und Hausärzten in Bremen impfen. Somit bleibt die tatsächliche Impfquote der Bundesländer unklar.

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