• Startseite
  • Gesundheit
  • Corona-Impfung von Biontech: Rund 1,3 Milliarden Impfdosen für 2021 geplant

Biontech plant 2021 Produktion von rund 1,3 Milliarden Impfdosen

  • Es wird wohl der erste Impfstoff gegen Covid-19, der bald in Europa verimpft wird: BNT162b2 von den Impfstoffentwicklern des Mainzer Unternehmens Biontech.
  • Das Unternehmen versichert, dass der Impfstoff trotz der ersten Zulassung in Großbritannien fair verteilt werde.
  • Es werde so viel und so schnell produziert wie möglich.
|
Anzeige
Anzeige

Biontech plant für 2021 eine Produktion von rund 1,3 Milliarden Impfstoffdosen gegen Covid-19. Bis zu 100 Millionen Dosen seien noch bis Ende dieses Jahres verfügbar. Das teilten die Entwickler des Mainzer Unternehmens am Mittwoch mit – kurz nach der weltweit ersten Notfallzulassung des Mittels in Großbritannien. „Nicht alle Dosen, die wir produzieren, gehen nach Großbritannien“, bekräftigte Sean Marett, der bei Biontech für Verteilungsfragen zuständig ist. Es würden so viele Dosen wie möglich so schnell wie möglich produziert und es werde Wert auf eine faire Verteilung gelegt.

Mit Großbritannien habe sich Biontech bislang vertraglich auf 40 Millionen Dosen verpflichtet. Mit der EU seien es bislang 200 Millionen – mit Option auf 100 Millionen weitere. Mit den USA seien 100 Millionen Dosen vereinbart, 500 Millionen weitere könnten folgen. Mit Japan sind es 120 Millionen. Marett zufolge gebe es derzeit mit vielen weiteren Ländern Gespräche, man gehe in den kommenden Tagen von vielen weiteren Verhandlungen aus. Bei der weltweiten Verteilung kooperiert Biontech mit dem US-Pharmaunternehmen Pfizer und dem chinesischen Konzern Fosun Pharma.

Biontech-Impfstoff wirkt auch bei Älteren

Die Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci sagten zu den Ergebnissen aus der Phase-III-Studie: Rund 43.000 Menschen aus den USA, Deutschland, der Türkei, Südamerika, Brasilien und Argentinien hätten daran teilgenommen. Die Ergebnisse zeigten nach finaler Auswertung: Eine Wirksamkeit von 95 Prozent sei gegeben. Auch bei älteren Menschen gebe es eine robuste Immunantwort: Bei den über 65-Jährigen betrage die Effektivität 94 Prozent.

Video
Wie entsteht ein Impfstoff?
1:52 min
Nach einem Impfstoff gegen Covid-19 wird unnachgiebig geforscht. Innerhalb von nur einem Jahr war bereits der erste Kandidat in der Zulassungsphase.
Anzeige

Dafür brauche es zwei verabreichte Impfstoffdosen. Vier Wochen nach der Doppelimpfung sei dann ein Impfschutz garantiert, so Sahin. Er prognostiziert: „Die Immunantwort könnte Monate, vielleicht Jahre anhalten.“ Das Verfahren, auf die Biontech setzt, ist neu und bislang noch nicht am Menschen zum Einsatz gekommen. mRNA-Impfstoffe seien dem Impfstoffentwickler zufolge „eine mächtige Lösung in dieser Pandemie“. Die Technologie dahinter sei simpel, sehr präzise und es könne viel Impfstoff produziert werden. Der mRNA-Impfstoff befalle auch nicht die DNA. Ein Molekül des Coronavirus Sars-CoV-2 löse die Immunantwort im Körper aus. Aber: Die Virusbestandteile in der Impfung seien nicht mehr infektiös, betonen die Biontech-Forscher.

Moderate Nebenwirkungen berichtet: Kopfschmerzen und Ermüdung

Anzeige

Grundsätzlich sei die Impfung gut verträglich. Beobachtete Nebenwirkungen seien moderat gewesen. Von Kopfschmerzen berichteten 2 Prozent der Studienteilnehmer, von Ermüdungserscheinungen 3, 8 Prozent. Um mehr Daten zu möglichen Langzeiteffekten zu erhalten, werde die klinische Studie zwei weitere Jahre laufen, kündigte Türeci an. Der Impfstoff sei noch nicht an schwangeren Frauen und Kindern unter zwölf Jahren getestet worden. Unklar bleibt vorerst auch, inwieweit der Impfstoff verhindert, dass weitere Menschen nach einer Impfung angesteckt werden.

Die Entwickler hoffen zudem darauf, dass es Ende Februar weitere Daten gebe, die auch Erleichterungen bei der Kühlung des Impfstoffes zuließen. Es liefen gesonderte Studien zur Stabilität des Impfstoffes bei unterschiedlichen Temperaturen, erläuterte Marett. Der Impfstoff für Großbritannien werde beispielsweise in Belgien produziert, dann in Kühlboxen geliefert und könne in diesen mit Trockeneis bis zu 30 Tage im jeweiligen Impfzentrum gekühlt werden oder bis zu fünf Tage in einem handelsüblichen Kühlschrank (zwei bis vier Grad). Spezielle Kühlsysteme bei minus 70 Grad würden erst bei monatelanger Lagerung wichtig.


  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen