Auf die Spritze kommt es an: Sechs statt fünf Corona-Impfungen mit einer Ampulle möglich

  • Wenn der Impfstoff von Biontech und Pfizer genauer dosiert würde, könnten mehr Menschen geimpft werden.
  • Aus einem Fläschchen ließen sich statt den bisher vorgesehenen fünf Dosen auch sechs Dosen des Impfstoffs gewinnen.
  • Biontech empfiehlt, dafür spezielle Spritzen zur Feindosierung zu nutzen, die zum Beispiel auch zum Spritzen von Insulin verwendet werden.
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Berlin. Mit den nun ausgelieferten Fläschchen des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer könnten mehr Menschen geimpft werden als erwartet. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums hat einen Bericht von „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ bestätigt, wonach aus einer Ampulle unter bestimmten Voraussetzungen auch sechs statt der vorgesehenen fünf Impfdosen entnommen werden können. Die Zahl der verfügbaren Impfdosen gegen das Corona-Virus könnte dadurch in Deutschland um 20 Prozent erhöht werden.

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Laut EU-Zulassung ist die Entnahme von fünf Impfdosen aus einer Ampulle vorgesehen. Alle Ampullen enthalten laut einer Ministeriumssprecherin aber eine „leichte Überfüllung“, damit die vom Hersteller garantierte Menge sicher mit dem Impfbesteck entnommen werden könne. Bei sorgfältiger Vorgehensweise sei die Entnahme von sechs Dosen grundsätzlich möglich. Sichergestellt sein muss demnach aber immer, dass die vorgeschriebene Menge von jeweils 0,3 Milliliter Impfstoff gespritzt wird.

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Impfstoffreste dürfen nicht vermischt werden

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Ein entsprechendes Papier mit diesen Informationen hat das Ministerium an die Bundesländer geschickt. Darin wird aber auch darauf hingewiesen, dass „unter keinen Umständen“ überschüssiger Impfstoff aus mehreren Durchstechflaschen zu einer Dosis vereint werden dürfe.

Auch Jasmina Alatovic, Sprecherin des Mainzer Impfstoff-Herstellers Biontech, bestätigte, dass aus einer Ampulle sechs statt fünf Dosen gewonnen werden können. Gegenüber dem Westfalen-Blatt sagte Alatovic, in Deutschland und anderen EU-Ländern sei zwar die von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA freigegebene Verabreichung von fünf Dosen auf dem Etikett vermerkt. In Ländern außerhalb der EU sei das aber anders: “In der Schweiz zum Beispiel sind sechs Dosen erlaubt.”

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Um den Inhalt der Ampullen optimal zu nutzen, seien aber spezielle Spritzen notwendig, sagte Alatovic. Dabei handele es sich um Feindosierungsspritzen, wie sie etwa zum Verabreichen von Heparin oder Insulin verwendet werden.

RND/dpa

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