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Kinder „sowieso niemals impfen“: Richard David Precht entschärft seine Aussage

Wollte vor gesellschaftlichem Druck warnen: Richard David Precht entschärft seine Aussage über Corona-Impfungen von Kindern.

Weil er sich kürzlich gegen die Corona-Impfung von Kindern aussprach, wurde Philosoph Richard David stark kritisiert. In der neunten Ausgabe des Podcasts „Lanz & Precht“ vom 29. Oktober sagte der 56-Jährige, er würde Kinder „sowieso niemals impfen“, weil sie ein „im Aufbau begriffenes Immunsystem“ hätten.

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Expertinnen und Experten widersprachen dieser Aussage. Das kindliche Immunsystem komme etwa schon früh mit Viren und Keimen in Kontakt und erlerne so, wie sich diese bekämpfen lassen, sagte etwa Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), im RND-Interview. Die Auseinandersetzung mit den Viren sei demnach keine Belastung für das junge Immunsystem, sondern vielmehr ein notwendiges Training.

Im Interview mit der Zeit hat Precht seine Aussage nun etwas entschärft: Er habe „laxe Formulierungen“ benutzt. Eigentlich ginge es ihm vor allem darum, vor vorschnellen Entscheidungen zu warnen. Kinder seien keine kleinen Erwachsenen, sondern fragil und es sei umstritten, wie stark sie von Covid-19 gefährdet seien. Er wollte dafür werben, sehr behutsam zu entscheiden. Grundsätzlich müsse jeder selbst wissen, ob er seine Kinder impfen lasse oder nicht.

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Eingeführt werden soll die 3G-Regelung am Arbeitsplatz und im ÖPNV. Schul- und Geschäftsschließungen sollen nicht mehr möglich sein.

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Demokratische Gesellschaft auf Einsicht angewiesen

Wenn die Ständige Impfkommission die Impfung von Kindern aber empfehle, fände er das „okay“. Es gehe ihm lediglich darum, vor gesellschaftlichem Druck auf Eltern, aber auch unter Kindern zu warnen. Generell bemängelte er die fehlende Differenzierung in der Impfdebatte, es gebe schließlich nicht nur Schwarz und Weiß.

Weiter sprach sich der Philosoph gegen eine Impfpflicht aus: „In einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ist der Staat auf die Einsicht seiner Bürger angewiesen. Ich kann diese Dimension der Einsichtsfähigkeit nicht durch eine Impfpflicht übergehen, denn dann verlasse ich schnell den Boden unserer Grundwerte“, sagt er der Zeit. Außerdem greife eine Impfung – anders als die Gurt-oder Helmpflicht– in die persönliche Gesundheit ein.

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