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Corona-Impfung bei Genesenen: Reicht eine Impfdosis für eine langanhaltende Immunität aus?

  • Wer eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden hat, muss sich nur mit einer Dosis gegen Covid-19 impfen lassen.
  • So sieht es die Empfehlung der Ständigen Impfkommission vor.
  • Zur Immunität bei Genesenen nach der Impfung sind jedoch noch einige Fragen offen.
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Wenn es um die Corona-Impfungen geht, nehmen Genesene eine Sonderstellung ein. Denn sie sollten nach durchgemachter Infektion zunächst einmal nicht gegen Covid-19 geimpft werden, so empfiehlt es die Ständige Impfkommission (Stiko). Erst sechs Monate nach überstandener Infektion beziehungsweise Diagnosestellung sollten sie eine Impfung erhalten. Um sich vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen, sind normalerweise zwei Impfstoffdosen notwendig. Genesene benötigen in der Regel hingen nur eine Impfstoffdosis. Doch reicht diese für eine langanhaltende Immunität aus?

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Antikörper bei Genesenen noch monatelang nach Infektion nachweisbar

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Dazu ist es wichtig zu wissen, dass Genesene – anders als Menschen, die sich nicht mit dem Coronavirus angesteckt haben – nach überstandener Infektion eine vorübergehende Immunität erwerben. In ihrem Blut haben sich Antikörper gebildet. Inzwischen konnten mehrere Studien zeigen, dass Antikörper gegen das Spikeprotein, das auf der Oberfläche des Virus sitzt, und neutralisierende Antikörper selbst nach milden Covid-19-Krankheitsverläufen noch monatelang nachweisbar sind.

Eine dieser Untersuchungen ist Anfang Februar im Fachmagazin „Science“ erschienen. Ein US-amerikanisches Forscherteam hatte 254 Proben von 188 Covid-19-Fällen untersucht. Darunter waren 43 Proben, mit denen sich die Antikörperkonzentrationen sechs bis acht Monate nach der Infektion bestimmen ließen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten fest, dass rund 95 Prozent der Genesenen eine Immunität entwickelten, die rund sechs Monate nach der Infektion noch vorhanden war.

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Weitere Langzeitstudien zur Immunität notwendig

Die Gesellschaft für Virologie weist in einer aktuellen Stellungnahme allerdings darauf hin: „Die Messung zirkulierender Antikörper alleine ist nicht ausreichend, um die Dauer der schützenden Immunität bei Genesenen einschätzen zu können, denn sie reflektieren nur bedingt das immunologische Gedächtnis.“ Hinzu komme, dass Menschen, die asymptomatisch am Coronavirus erkranken, häufig nur schwache Immunantworten ausbilden würden, „die über die Messung zirkulierender Antikörper nicht mehr nachweisbar sein können“.

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Seit Montag können Apotheken Impfnachweise digitalisieren. Von dort aus können vollständig Geimpfte ihre Impfung europaweit mit ihrem Smartphone nachweisen.  © Reuters

Dennoch hält die Fachgesellschaft die Empfehlung der Stiko für „sinnvoll“, Genesene nach überstandener Infektion nur einmal zu impfen. „Denn dies führt zu einer signifikanten Verstärkung der Immunität“, heißt es in der Stellungnahme. Nach einer Impfstoffdosis ist die Immunität zudem so hoch, dass Genesene womöglich selbst vor Virusvarianten wie Alpha und Beta geschützt sind, wie eine britische Studie aus dem Fachmagazin „Science“ nahelegt.

Unklar bleibt jedoch, wie lange die Immunität bei Genesenen nach der Impfung anhält. „Ob und wann später eine zweite Covid-19-Impfung notwendig ist, lässt sich gegenwärtig nicht sagen“, schreibt die Stiko in ihrer Impfempfehlung, die im Epidemiologischen Bulletin abgedruckt ist. Auch die Gesellschaft für Virologie macht deutlich, dass weitere Langzeitstudien notwendig sind: „Dadurch kann die Bedeutung der VOC (Variants of concern, also besorgniserregende Virusvarianten, Anm. d. Red.) eingeschätzt werden, und mögliche Maßnahmen wie zum Beispiel Auffrischimpfungen können evaluiert werden.“

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