Corona: Was Genesene rund um die Impfung wissen müssen

  • Immer mehr Menschen sind geimpft und genesen zugleich.
  • Doch obwohl der Schutz vor dem Coronavirus für sie auch nach einer Spritze sehr hoch ist, sorgen Fragen um Impfnachweise und Co. häufig für Verwirrung.
  • Lesen Sie hier, was Genesene über die Corona-Impfung wissen müssen.
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Dortmund/Berlin. Wer eine Corona-Infektion durchgemacht hat, benötigt für den vollständigen Impfschutz nur eine Spritze. Das ist den meisten, die es betrifft, bewusst. Doch drumherum gibt es viele Unklarheiten, etwa zur Wahl des Impfstoffs und dem Nachweis des Impfschutzes. Wichtige Fragen und Antworten dazu im Überblick.

Wann gelten Genesene als vollständig geimpft?

Wenn die Covid-19-Erkrankung durch einen positiven PCR-Test belegt ist und eine Impfdosis gegen Sars-CoV-2 verabreicht wurde, so lautet die Antwort des Bundesgesundheitsministerium (BMG). Diese einmalige Impfung sollte in der Regel ab sechs Monate nach der Genesung in Betracht gezogen werden, rät das Robert Koch-Institut (RKI).

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Ist eine zweite Impfung schädlich, wenn ich die Erkrankung – vielleicht auch unbemerkt – durchgemacht habe?

Nein, aber unnötig. „Eine zweite Impfung wäre nicht gefährlich, sondern eher verschwendet, weil sie den Antikörperspiegel im Blut nicht mehr merklich nach oben verändert“, so Prof. Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI).

Warum reicht eigentlich eine Impfung bei Genesenen aus?

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„Selbst Genesene, die nur noch ganz wenig Antikörper haben, reagieren auf eine Impfung so stark, dass sie danach so hohe Antikörperwerte haben wie Menschen nach der zweiten Impfung“, erklärt Watzl.

Welcher Impfstoff hat für Genesene den besten Effekt?

Bei Genesenen können laut RKI alle zugelassenen Impfstoffe verwendet werden. Welcher Impfstoff den besten Booster-Effekt bietet, ist noch nicht wissenschaftlich geklärt. Vergleichbare Studien dazu gebe es keine, sagt DGfI-Vizepräsident Professor Reinhold Förster.

Dennoch sind mRNA-Impfstoffe für Genesene womöglich etwas besser: „Man sieht, dass eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff bei bereits Geimpften einen deutlich besseren Immunisierungsboost gibt, als eine zweite Impfung mit einem Vektorimpfstoff. Von daher könnte man davon ausgehen, dass mRNA-Impfstoffe auch bei Genesenen eine stärkere Schutzwirkung bringen als Vektorimpfstoffe“, sagt Förster.

„Das ist eine Hypothese, die sich gut begründen lässt“, so der Experte. „Es handelt sich ja auch um eine Art Auffrischung, da Genesene die Infektion durchgemacht haben und ihr Körper schon eine Immunantwort entwickelt hat.“

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Muss man nach der Genesung mindestens sechs Monate bis zur Impfung warten?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am RKI empfiehlt es. Laut Immunologe Watzl hat die Sechs-Monats-Frist vor allem etwas mit Impfstoffknappheit zu tun. Er sagt: „Aus immunologischer Sicht könnte man auch schon nach zwei bis drei Monaten impfen.“

Wie genau können Genesene ihren Impfstatus digital nachweisen?

Theoretisch können sie den Genesenen-Status genau wie die Impfung in Nachweis-Apps wie der CovPass-App und der Corona-Warn-App hinterlegen. Der PCR-Test darf nur mindestens 28 und maximal 180 Tage, also sechs Monate, zurückliegen. Ein sogenanntes Genesenenzertifikat soll es etwa in Arztpraxen oder Apotheken geben.

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Klingt einfach, aber das ist es im Alltag nicht immer: In einer Arztpraxis klappt das nur, wenn das dort genutzte Verwaltungssystem die Funktion zur Erstellung des Zertifikats unterstützt – das ist längst nicht bei allen der Fall. Apotheken können Impfzertifikate zwar ausstellen, doch für ein Genesenenzertifikat kann man sich den Weg dorthin (noch) sparen. Stand jetzt sei das noch nicht möglich, heißt es bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Das RKI arbeite hier noch an der technischen Umsetzung.

RND/dpa

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