Wann bin ich dran? Berechnen Sie im Corona-Impfrechner ihren Termin

  • Die Reihenfolge der Covid-19-Impfungen hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Alter und Vorerkrankungen ab.
  • Ein Onlinetool ermittelt, zu welcher Prioritätsstufe Sie gehören und bis wann Sie mit einem Termin rechnen können.
  • Vorausgesetzt, die Impfstoffe werden pünktlich geliefert und dürfen verwendet werden.
Johannes Christ
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Wann wer einen Impftermin bekommt, hängt von vielen und teils unsicheren Faktoren ab. Die Impfverordnung kann verändert werden, weitere Impfstoffe können zugelassen werden, bereits zugelassene Präparate können zurückgezogen werden und Impfstoff-Lieferungen können sich verspäten. Auch die Bereitschaft zum Impfen und die Logistik spielen eine Rolle, insbesondere die Frage, ob und wann in Hausarztpraxen geimpft wird.

Eine grobe Orientierung bietet aber ein Onlinetool, das auf Berechnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) beruht. Beantworten Sie zunächst einige Fragen zu Ihren Lebensumständen und lassen Sie sich dann eine vorläufige Prognose für den spätesten Impftermin anzeigen, also den Termin, bis zu dem ihre Prioritätsgruppe komplett geimpft sein dürfte. Der Impfrechner geht davon aus, dass demnächst weitere Impfstoffe wie der des Herstellers Curevac zugelassen werden. Am Ende der Eingaben können Sie diese Annahme verändern, also weitere Impfstoffe außen vor lassen. An den Ergebnissen ändert dies allerdings wenig.

Sechs Prioritätsstufen, vier Prioritätsgruppen

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Weil anfangs die Impfstoffe knapp sind, hat die Ständige Impfkommission sechs Prioritätsstufen für die Reihenfolge der Impfungen definiert. Dabei spielt das Alter die Hauptrolle, aber auch andere Faktoren wie Vorerkrankungen, Beruf und Wohnsituation sind relevant. Der Onlinerechner ermittelt, zu welcher Stufe Sie gehören, und bestimmt daraufhin den voraussichtlich spätesten Impftermin. Die Risikogruppen der Ständigen Impfkommission (Stiko), auf denen der Rechner basiert, unterteilt die Bevölkerung in sechs Gruppen.

Dabei handelt es sich um Empfehlungen. Rechtlich bindend ist nur die Impfverordnung mit ihrer Unterteilung in vier Gruppen (höchste Priorität, hohe Priorität, erhöhte Priorität und übrige Bevölkerung). Die Berechnungen hinter dem Online-Tool gehen davon aus, dass sich die für das Impfen verantwortlichen Länder an die Empfehlungen der Stiko halten. Risikogruppe 1 nach Stiko-Empfehlung entspricht Paragraph 2 der Impfverordnung (höchste Priorität); Risikogruppen 2 und 3 nach Stiko entsprechen Paragraph 3 der Impfverordnung (hohe Priorität); Risikogruppen 4 und 5 nach Stiko entsprechen Paragraph 4 der Impfverordnung (erhöhte Priorität). Risikogruppe 6 nach Stiko entspricht der übrigen Bevölkerung.

Corona-Impfung: Die Prognose für die Prioritätsstufen

Zur Stufe 1 mit der obersten Priorität gehören alle über 80-Jährigen, Bewohner von Seniorenheimen und medizinisches Personal mit besonders hohem Risiko beispielsweise in Notaufnahmen, Rettungsdiensten und in Kontakt mit Covid-19-Patienten. Diese Gruppe umfasst laut Robert-Koch-Institut mehr als 8,6 Millionen Menschen, die laut ZI-Berechnungen bis 4. April mindestens eine Impfung erhalten haben sollen. Bis 25. April sollen sie den Termin für die zweite Spritze absolviert haben.

Die Stufe 2 umfasst die Altersstufen von 75 bis 80 Jahren, außerdem Menschen mit Trisomie 21, Demenz oder einer geistigen Behinderung. Auch medizinisches Personal etwa in Sars-CoV-2-Abstrichzentren, im Notdienst und in Augen- und Zahnarztpraxen zählt dazu. Für diese Gruppe von mehr als sieben Millionen Menschen ist die erste Impfung bis 11. April und die zweite bis 23. Mai wahrscheinlich, vorausgesetzt, in den Hausarztpraxen wird künftig ebenfalls geimpft.

Zur Stufe 3 gehören Personen im Alter von 70 bis 75 Jahren und Vorerkrankte unter anderem mit einer Organtransplantation oder einer chronischen Leber-, Nieren- oder Lungenerkrankung. Außerdem gehören Bewohner in Gemeinschaftsunterkünften dazu und enge Kontaktpersonen von Schwangeren. Auch medizinisches Personal mit moderatem Risiko, beispielsweise im Blutspendedienst, und die Reinigungskräfte in Krankenhäusern sind in dieser Stufe. Die Prognose unter Einbeziehung der Hausärzte geht für diese rund sechs Millionen Menschen von einem Termin für die erste Impfung bis 25. April und für die zweite bis 30. Mai aus.

Die Stufe 4 umfasst Personen von 65 bis 70 Jahren und Vorerkrankte unter anderem mit Rheuma, Krebs oder Asthma, außerdem medizinisches Personal mit niedrigem Risiko beispielsweise in Laboren. Insgesamt sind es etwa sieben Millionen Menschen. Ihr voraussichtlicher Termin für die erste Impfung liegt vor dem 2. Mai und für die zweite Impfung vor dem 13. Juni.

Die Stufe 5 enthält Personen von 60 bis 65 Jahren und weitere Berufsgruppen, etwa auf Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierungen, Beschäftigte im Einzelhandel und in der kritischen Infrastruktur. Was genau das bedeutet, lassen die Empfehlungen offen. Die Bundesländer dürften die Vorgaben im Detail unterschiedlich auslegen. Der Impftermin für die mehr als acht Millionen Menschen der fünften Stufe liegt laut Prognose vor dem 16. Mai für die erste und vor dem 20. Juni für die zweite Impfung – allerdings nur, wenn der Hersteller Curevac rechtzeitig die Zulassung für seinen Impfstoff erhält.

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Die Stufe 6 umfasst alle übrigen Personen, für die das Versprechen der Kanzlerin gilt, bis Ende des Sommers ein Impfangebot zu unterbreiten. Das Enddatum für die erste Impfung ist der 20. Juni und für die zweite Impfung der 1. August.

Die Kapazitätsauslastung der Impfzentren und alle anderen Annahmen lassen sich mit einem Tool des Zentralinstituts variieren.

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