Überblick in Grafiken: Wann welcher Impfstoff geliefert werden soll

  • Sollten alle Dosen wie geplant eintreffen, gäbe es bis Jahresmitte in Deutschland Impfstoff für 53 Millionen Menschen.
  • Das würde vermutlich reichen, um allen, die geimpft werden wollen und können, eine Immunisierung zu ermöglichen.
  • Ein grafischer Überblick über die unsicheren Prognosen.
Johannes Christ
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Geimpft werden in Deutschland vorerst nur Erwachsene, weil die Wirkung der Präparate bei Kindern und Jugendlichen noch nicht ausreichend untersucht worden ist. Keiner der derzeit zugelassenen Impfstoffe darf Jugendlichen und Kindern unter 16 Jahren verabreicht werden. Damit entfallen in Deutschland rund 13 Millionen Menschen als Zielgruppe der Impfkampagne.

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Angenommen, von den übrigen 70 Millionen Menschen wären 75 Prozent oder 52,5 Millionen bereit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, gäbe es laut Lieferplänen des Bundesgesundheitsministeriums bereits Ende Juni 2021 genug Impfstoff für alle. Folgende Grafik zeigt, wie viele Menschen bis zum Ende des jeweiligen Quartals theoretisch geimpft sein könnten. Bis Ende des dritten Quartals hätte Deutschland demzufolge insgesamt deutlich mehr Lieferungen bekommen (127,5 Millionen), als es Einwohner hat (83,2 Millionen).

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Wie entsteht ein Impfstoff?
1:52 min
Nach einem Impfstoff gegen Covid-19 wird unnachgiebig geforscht. Innerhalb von nur einem Jahr war bereits der erste Kandidat in der Zulassungsphase.

Bis 17. März wurden rund 12,8 Millionen Impfdosen nach Deutschland geliefert, etwa zwei Drittel von Biontech/Pfizer, ein Viertel von Astrazeneca und der Rest von Moderna. Davon wurden bisher rund zehn Millionen Dosen verimpft, rund 2,8 Millionen liegen also auf Halde. Im Ergebnis sind 8,4 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mindestens einmal geimpft worden. Das entspricht fast sieben Millionen Menschen (Stand: 18.3.2021). Viele andere Länder sind deutlich schneller unterwegs, wie folgende Grafik zeigt.

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Wenn die Lieferpläne eingehalten werden, sind bis Ende März weitere 6,2 Millionen Dosen zu erwarten. Schon im März könnten die Kapazitäten der Impfzentren nicht mehr ausreichen, um alle verfügbaren Dosen zu verimpfen, warnt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung. Impfungen in Arztpraxen haben – abgesehen von einzelnen Modellprojekten – noch nicht begonnen. Mit der aktuellen Impfverordnung vom 10. März wurde allerdings die Grundlage für Impfungen in den Hausarztpraxen geschaffen. Laut Bundesregierung sollen die Impfungen dort starten, sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Die folgende Grafik zeigt, wann welche Lieferungen mit den Herstellern vereinbart sind.

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All diese Prognosen setzen jedoch nicht nur pünktliche Lieferungen voraus, sondern auch, dass die Hersteller rechtzeitig die Zulassung für ihre Vakzine bekommen. Bisher sind nur die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson in der Europäischen Union zugelassen. Die Hersteller Curevac und Sanofi/GSK haben noch keine Erlaubnis bekommen. Außerdem zeigt der Fall Astrazeneca, dass die Nutzung eines Impfstoffs auch gestoppt werden – und so den Impfplan verzögern kann.

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