Corona-Impfstoff: Weltweiter Zugang laut WHO erst in zweieinhalb Jahren

  • Um das Coronavirus eindämmen zu können, liefern sich die Pharmariesen einen Wettlauf bei der Entwicklung eines Impfstoffs.
  • Derzeit gibt es bereits einige vielversprechende Studien.
  • Bis etwaige Impfprogramme jedoch alle Menschen erreicht haben, könnte es laut WHO noch zweieinhalb Jahre dauern.
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Dubai. Bis alle Menschen auf der Welt Zugang zu einem Coronavirus-Impfstoff haben, braucht es nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation einen langen Atem. Zweieinhalb Jahre werde es wohl dauern, bis ein Mittel für alle verfügbar sei, sagte der WHO-Sondergesandte für Covid-19, David Nabarro, am Montag.

“Selbst wenn es bis Jahresende einen (Impfstoff-)Kandidaten gibt, werden Tests auf Sicherheit und Wirksamkeit eine Weile dauern.” Danach, so gab Nabarro zu bedenken, werde die Produktion der gewaltigen Mengen und das Organisieren von Impfprogrammen weitere Zeit in Anspruch nehmen.

WHO warnt vor Mangel an globaler Solidarität

Nabarro sprach auf einer Konferenz in Dubai, dort hatte zuvor WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus die Staats- und Regierungschefs gewarnt, die Pandemie nicht zu politisieren. "Nicht das Virus selbst ist die größte Gefahr vor der wir jetzt stehen, sondern der Mangel an weltweiter Solidarität und Führung", sagte Tedros.

In einer gespaltenen Welt könne die Pandemie nicht besiegt werden. Dabei beschleunige sich die Pandemie global gesehen weiter. Es habe mehr als drei Monate gedauert, um weltweit mehr als eine Million Virusinfektionen zu sehen - die jüngsten eine Million Fälle seien innerhalb von bloß acht Tagen verzeichnet worden.

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Insgesamt sollen rund 150 Teilnehmer in der Phase-1-Studie geimpft werden.  © Reuters

Engpässe bei HIV-Medikamenten möglich

Auf der ganzen Welt haben sich nahezu neun Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt, mehr als 468.000 Menschen sind nach Berechnungen der Johns-Hopkins-Universität gestorben. Experten zufolge dürften die tatsächlichen Zahlen deutlich höher liegen. Pharmakonzerne forschen mit Hochdruck an einem Impfstoff für Covid-19. Parallel läuft die Debatte darüber, wie das Mittel fair verteilt werden kann.

Die Corona-Pandemie hat laut UN-Behörde Unaids auch Auswirkungen auf die Verteilung von HIV-Medikamenten in Entwicklungsländern. Ausgangsbeschränkungen und Grenzschließungen hätten sich auf die Produktion und den Vertrieb der Mittel ausgewirkt – in den kommenden zwei Monaten würden die Medikamente möglicherweise teurer, auch Engpässe seien möglich, warnte Unaids.

RND/AP

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