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Corona-Impfstoff von Sanofi kommt später – was bedeutet das für Deutschland?

  • Der Impfstoff von Sanofi und GSK kommt erst Ende 2021 auf den Markt – und damit später als angekündigt.
  • Die Rezeptur des Mittels müsse verändert werden, weil die Immunantwort bei älteren Menschen nicht zufriedenstellend ausgefallen sei, teilten die Pharmaunternehmen am Freitag mit.
  • Damit werden auch die relevanten Daten für eine mögliche Zulassung in der EU länger auf sich warten lassen.
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Der vom französischen Konzern Sanofi und dem britischen Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK) entwickelte proteinbasierte Corona-Impfstoff wird voraussichtlich erst später als zunächst angenommen fertig. Das haben die beiden Pharmakonzerne am Freitag in einer gemeinsamen Pressemitteilung verkündet. Vom vierten Quartal 2021 ist nun die Rede, bis das Mittel verfügbar werden könnte. Zuvor hatten die beiden Unternehmen auf eine Markteinführung vor Ende Juni 2021 gesetzt.

Der Grund für die Verzögerung: Bei älteren Menschen sei die Immunantwort nicht so gut wie erhofft. Das hätten erste klinische Tests gezeigt. Der Impfstoffkandidat müsse daher überarbeitet und ab Februar neue Tests durchgeführt werden. Das Gute: Immerhin bei den 18- bis 49-Jährigen sei der Sanofi-Mitteilung zufolge in den ersten beiden Testphasen eine Immunantwort wie nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung festgestellt worden.

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Sanofi-Impfstoff muss verändert werden – um auch Ältere zu schützen

„Eine unzureichende Reaktion bei älteren Erwachsenen zeigt, dass die Antigenkonzentration verfeinert werden muss, um in allen Altersgruppen eine Immunantwort auf hohem Niveau zu erzielen“, heißt es in der Mitteilung. Eine veränderte Antigenrezeptur, die zunächst an Primaten getestet wurde, habe bereits gezeigt, dass der Impfstoffkandidat innerhalb von zwei bis vier Tagen vor einer Lungenerkrankung schütze und zu einem schnellen Verschwinden der Virenlast in Nase und Lunge führe. Diese Ergebnisse machten zuversichtlich, „einen hocheffizienten Impfstoff für alle Erwachsenen bereitzustellen“, betonen Sanofi und GSK.

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Die Ergebnisse der dritten Studienphase – und damit die relevanten Daten für eine mögliche Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) – werden Sanofi zufolge nun frühestens zwischen April und Juni möglich. Die Verzögerung könnte damit auch die Verfügbarkeit von Impfstoffdosen in der EU beeinflussen. Denn die EU-Kommission hat bereits Verträge mit Sanofi-GSK über bis zu 300 Millionen Dosen. Die Unternehmen wollten eigentlich schon Ende 2020 mit der für die Impfstoffzulassung besonders relevanten Phase III mit mehreren Tausend Studienteilnehmern starten. Die klinischen Tests der Phasen I und II hatten bereits September diesen Jahres begonnen.

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Im September hatte Sanofi noch angekündigt, eine weltweite Produktion von bis zu einer Milliarde Dosen im Jahr 2021 erreichen zu wollen. Mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte Sanofi im Herbst bei einer Pressekonferenz angekündigt, auch sieben Millionen Impfstoffdosen an einem seiner Produktionsstandorte in Frankfurt produzieren zu wollen.

Nun dauert es also länger. Wegen solcher Unwägbarkeiten hat die EU aber mit mehreren Impfstoffherstellern Verträge aufgesetzt. Darunter auch welche, die schon weiter fortgeschritten sind bei der Entwicklung: Neben den 160 Millionen Dosen von Moderna hat sich die EU-Kommission bis zu 300 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer und weitere 300 Millionen Dosen von Astrazeneca gesichert. Daneben gibt es weitere Verträge über bis zu 405 Millionen Dosen vom deutschen Hersteller Curevac und bis zu 200 Millionen Dosen von Johnson & Johnson.

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