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Corona-Impfstoff von Biontech: US-Experten analysieren allergische Reaktionen

  • US-Wissenschaftler haben Fälle von allergischen Reaktionen auf den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer genauer untersucht.
  • Demnach sind bei einer von hunderttausend Impfungen allergische Schockreaktionen möglich, die durch bereits bestehende Allergien begünstigt werden.
  • Die meisten Nebenwirkungen seien jedoch harmlos.
Uwe Herzog
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Die US-Behörde für Immunisierungssicherheit hat Fälle von allergischen Reaktionen auf den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer untersucht. Ausgewertet wurden Allergiefälle, die im Dezember bei Impfungen mit dem Impfstoff des deutsch-amerikanischen Joint Ventures auftraten. Demnach wurden im Zeitraum vom 14. bis 23. Dezember letzten Jahres in den USA 1,9 Millionen Dosen mit dem mRNA-basierten Impfstoff gespritzt. Frauen erhielten etwa zwei Drittel der im genannten Zeitraum registrierten Impfungen.

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Auswertung: 11,1 Fälle pro einer Million Impfungen

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Dabei traten laut dem Vaccine Adverse Event Reporting System (VAERS) in 21 Fällen allergische Schocks auf. Das entspricht einer Rate von 11,1 Fällen pro einer Million verabreichter Dosen. Ein allergischer Schock, auch Anaphylaxie genannt, geht meist mit Kreislaufstörungen, Atemnot oder Übelkeit einher und kann lebensbedrohlich sein.

Vier Betroffene wurden daraufhin im Krankenhaus behandelt – drei auf der Intensivstation, 17 in der Notaufnahme. Bis auf einen Patienten konnten alle nach Hause entlassen werden. Nach Erkenntnissen des VAERS kam es zu keinen Todesfällen. Die Betroffenen waren zwischen 27 und 60 Jahren alt, die meisten von ihnen weiblich. Lediglich zwei Männer litten unter lebensbedrohlichen Allergiesymptomen. Die Reaktionen traten in fast allen Fällen innerhalb von 30 Minuten nach der Verabreichung des Impfstoffs auf.

Die meisten Patienten hatten „allergische Vorgeschichte“

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Aus der Analyse, die vom US-amerikanischen Amt für Immunisierungssicherheit im Wissenschaftsportal JAMA Network veröffentlicht wurde, geht auch hervor, welche individuelle allergische Vorgeschichte die Betroffenen hatten: In sieben Fällen war es demnach bereits in der Vergangenheit zu einem allergischen Schock gekommen. Dabei spielte in einem Fall eine frühere Grippeimpfung eine Rolle, in einem anderen eine Impfung gegen Tollwut.

Auch die meisten anderen von allergischen Schocks Betroffenen hatten eine ärztlich dokumentierte „allergische Vorgeschichte“: Den nach der Impfung erlittenen Schocksymptomen gingen in diesen Fällen allergische Reaktionen etwa nach der Einnahme von Antibiotika oder dem Genuss von Tintenfisch und Walnüssen voraus. Auch bestanden Unverträglichkeiten von tropischen Früchten, Eiern, Milch oder Schellfisch, ebenso Allergien auf Katzenhaare oder Wespenstiche.

83 Fälle von leichten Reaktion

Darüber hinaus traten bei den fast zwei Millionen ausgewerteten Impfungen 83 Fälle von leichten allergischen Reaktionen ohne Anaphylaxie auf: Meist handelte sich dabei um Juckreiz, Hautausschlag, Kratzen im Hals oder leichte Atembeschwerden, die bereits nach kurzer Zeit wieder verschwanden. Bei der Analyse der allergischen Reaktionen auf die Impfung wurden ausdrücklich keine angstbedingten oder auf bestehenden Herz-/Kreislaufproblemen zurückgehenden Reaktionen berücksichtigt.

Derzeit wird in Kalifornien eine Impfcharge mit 330.000 Dosen des Herstellers Moderna zurückgehalten, nachdem es in einem Impfzentrum zu schweren allergischen Reaktionen gekommen war. Auslöser für die Reaktionen sowohl beim Impfstoff von Moderna als auch von Biontech/Pfizer ist offenbar eine spezielle Nanofetthülle, die das Eindringen des Impfstoffs in die Körperzellen erleichtern soll.


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