Corona-Impfstoff für Kinder und Jugendliche: was bisher bekannt ist

  • Im Juni könnte in Europa der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer für Zwölf- bis 15-Jährige zugelassen werden.
  • Die Daten aus den klinischen Studien, die der Europäischen Arzneimittel-Agentur vorliegen, sind vielversprechend.
  • Andere Impfstoffhersteller wie Moderna oder Astrazeneca testen ihre Vakzine hingegen noch in klinischen Studien an Heranwachsenden.
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Alle Zwölf- bis 18-Jährigen sollen bis zum Ende der Sommerferien ein Impfangebot mit dem Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer erhalten. Das geht aus Beschlussentwürfen des Bundesgesundheitsministeriums für Beratungen der Fachministerinnen und -minister von Bund und Ländern an diesem Donnerstag hervor. Eine Zulassung für ihren mRNA-Impfstoff haben die beiden Pharmaunternehmen bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur bereits beantragt. Die Behörde hat nun mit einem beschleunigten Prüfverfahren begonnen. Von ihrer Entscheidung hängt es ab, ob die Pläne der Bundesregierung umgesetzt werden können.

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Wie sicher und wirksam ist der Biontech-Impfstoff bei Kindern und Jugendlichen?

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Grundlage für das Zulassungsverfahren ist eine Studie mit mehr als 2000 Heranwachsenden im Alter von zwölf bis 15 Jahren, die in den USA durchgeführt wurde. Dabei traten in der Placebogruppe – also der Gruppe, die nicht den Impfstoff sondern ein Placebopräparat erhielt – insgesamt 18 Fälle von Covid-19 auf. Bei den Geimpften gab es hingegen keine einzige Erkrankung. Somit wies der mRNA-Impfstoff bei den Kindern und Jugendlichen eine hundertprozentige Wirksamkeit auf.

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Corona-Impfstoff für Kinder: Studie in den USA zeigt hohe Wirksamkeit
1:04 min
Kindern und Jugendlichen wird bisher keine Corona-Impfung verabreicht – doch dies könnte sich bald in den USA ändern.  © dpa

Auch die Antikörperreaktion sei „robust“ ausgefallen, teilten die Impfstoffhersteller mit. Nebenwirkungen seien vergleichbar mit denen von Studienteilnehmern im Alter von 16 bis 25 Jahren gewesen. Die Kinder und Jugendlichen werden noch für zwei weitere Jahre überwacht, um die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit des Vakzins zu kontrollieren.

Biontech und Pfizer haben unterdessen mit weiteren Studien begonnen. So testen die beiden Pharmaunternehmen ihren Impfstoff bereits bei Kindern zwischen sechs Monaten bis einschließlich elf Jahren. Belastbare Daten aus diesen Studien könnten bis September verfügbar sein.

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Wann ist mit einer Zulassung zu rechnen? Und wie sieht es in anderen Ländern aus?

Bisher ist der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer in Europa nur für Personen ab 16 Jahren zugelassen. Eine Zulassung des Vakzins für die Zwölf- bis 15-Jährigen wird Anfang oder Mitte Juni erwartet. In Kanada darf der Impfstoff bereits in dieser Altersgruppe verabreicht werden. Es ist das erste Land weltweit, das einen Corona-Impfstoff für Kinder und Jugendliche zugelassen hat. Auch in den Vereinigten Staaten könnte nach Angaben von US-Medien in wenigen Tagen eine Zulassung des mRNA-Vakzins für unter 16-Jährige erfolgen.

Wie weit sind andere Impfstoffhersteller bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes für Heranwachsende?

Andere Impfstoffhersteller sind ebenfalls dabei, ihre Vakzine bei Kindern und Jugendlichen zu erproben. So hat der US-Pharmakonzern Moderna im März eine Studie mit 6750 Minderjährigen von sechs Monaten bis zwölf Jahren in den Vereinigten Staaten und Kanada gestartet. Die jungen Probanden erhalten zunächst zwei kleinere Dosen des mRNA-Wirkstoffes im Abstand von 28 Tagen. Zeitgleich läuft eine Studie mit 3000 Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren. Erste Ergebnissen liegen bislang noch nicht vor.

Ähnlich fortgeschritten ist die Studie des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca. Dessen Vektorvakzin soll an 300 Freiwilligen zwischen sechs und 17 Jahren getestet werden. Impfstoffhersteller Johnson & Johnson setzt hingegen erst einmal auf eine kleinere Altersspanne. Sollte sich der Wirkstoff bei einer geringen Zahl 16- bis 17-Jähriger als wirksam und sicher erweisen, sollen schrittweise weitere Studienteilnehmer hinzukommen, sodass die Studie am Ende auch Heranwachsende ab zwölf Jahren umfasst. Noch haben beide Impfstoffhersteller keine Ergebnisse aus den klinischen Studien veröffentlicht.

mit dpa

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