Corona-Impfstoff: Astrazeneca beantragt Zulassung in der EU

  • Der britisch-schwedische Arzneimittelkonzern Astrazeneca hat die Zulassung seines Corona-Impfstoffs in der EU beantragt.
  • Das teilte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) am Dienstag in Amsterdam mit.
  • Nach Prüfung könnte es den Behörden zufolge wahrscheinlich bis zum 29. Januar grünes Licht für das Vakzin geben.
1:13 min
Der schwedisch-britische Pharmakonzern Astrazeneca hat die Zulassung seines Corona-Impfstoffes bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA beantragt.  © dpa
Anzeige
Anzeige

Nach Biontech/Pfizer und Moderna beantragt nun ein dritter Impfstoff-Hersteller die Zulassung in der EU: der britisch-schwedische Arzneimittelkonzern Astrazeneca. Das teilte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) am Dienstag in Amsterdam mit. Eine Stellungnahme der Prüfungsbehörde und einer möglichen Genehmigung könnte wahrscheinlich bis zum 29. Januar erfolgen, heißt es zudem in einer Mitteilung. Voraussetzung für eine Zulassung sei, dass die vorgelegten Daten zur Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs ausreichend robust und vollständig sind.

Die Bewertung des Vakzins werde „in einem beschleunigten Zeitrahmen“ erfolgen, teilte die EMA mit. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte die Ankündigung als gute Nachricht. Die EMA werde die Sicherheit und Wirksamkeit beurteilen. „Sobald der Impfstoff eine positive wissenschaftliche Beurteilung erhält, werden wir mit vollem Tempo daran arbeiten, die Nutzung in Europa zuzulassen“, schrieb von der Leyen am Dienstag auf Twitter.

Die Pandemie und wir Der neue Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.
Anzeige

Astrazeneca-Impfstoff funktioniert anders als Mittel von Moderna und Biontech

Der Konzern entwickelte das Vakzin gemeinsam mit der renommierten Universität Oxford. Anders als die Impfstoffe der Mainzer Firma Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer sowie der US-Firma Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat nicht zu den sogenannten mRNA-Impfstoffen. Die Europäische Union hat bereits Hunderte Millionen Dosen bei Astrazeneca bestellt. Insgesamt wurden weltweit schon Milliarden Dosen dort in Auftrag gegeben.

Video
Wie entsteht ein Impfstoff?
1:52 min
Nach einem Impfstoff gegen Covid-19 wird unnachgiebig geforscht. Innerhalb von nur einem Jahr war bereits der erste Kandidat in der Zulassungsphase.

Der vielversprechende Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel wirkt zweifach: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern – beide sind für die Immunabwehr wichtig.

Kühlung von Astrazeneca-Impfstoff weniger anspruchsvoll

Anfangs hatte das Unternehmen mit seinem Impfstoff auch Kritik einstecken müssen: So gab es Bedenken zum Studiendesign, und die hohe Wirksamkeit des Mittels war von einigen Experten auch bezweifelt worden. Der Konzern legte daraufhin mit weiteren Untersuchungen nach. Ein großer Vorteil des Impfstoffes ist: Er kann den Angaben zufolge bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad aufbewahrt werden.

Die EMA beurteilt und überwacht Arzneimittel für den europäischen Markt, auch für Corona-Impfstoffe. Die Behörde verlegte wegen des Brexits schon im Frühjahr 2019 ihren Sitz von London nach Amsterdam. Großbritannien setzt den Impfstoff bereits seit gut einer Woche ein.

RND/dpa/sbu

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen