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„Corona-Impfstoff ist sicher“: Astra Zeneca veröffentlicht erste Studienergebnisse in Fachjournal

  • Der Pharmakonzern Astra Zeneca und die Oxford-Universität bezeichnen ihren Corona-Impfstoff als „sicher und hochwirksam“.
  • Die Studienergebnisse aus der Phase III sind nun in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlich worden.
  • Dabei handelt es sich um das erste Peer Review zu der Wirksamkeit eines Covid-19-Impfstoffes in einem begutachteten Fachjournal.
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Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astra Zeneca und die Universität Oxford hoffen anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse ihrer Corona-Impfstudie in der Fachzeitschrift „The Lancet“ auf eine baldige Zulassung ihres Impfstoffkandidaten. „Der Impfstoff ist sicher und hochwirksam“, sagte Sarah Gilbert von der Universität Oxford in einer vom „Science Media Center“ organisierten Pressekonferenz am Dienstag. „Wir haben keine Sicherheitsbedenken bei dem Impfstoff“, bestätigte auch Andrew Pollard, Direktor der „Oxford Vaccine Group“ der Oxford Universität.

Bei der Veröffentlichung in „The Lancet“ handelt es sich um das erste Peer Review in einer Fachzeitschrift. Das heißt, auch unabhängige Experten werden die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen Covid-19 begutachten. Bei einem Peer Review überprüfen unabhängige Gutachter die Arbeit der Forscher aus Gründen der Qualitätssicherung. Ohne Peer Review erfolgt keine Veröffentlichung. Im Zuge der Veröffentlichung werden Aufsichtsbehörden nun entscheiden, ob der Impfstoffkandidat von Astra Zeneca und den Oxford-Forschern zugelassen wird.

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Astra Zeneca: Wirksamkeit des Impfstoffes erfüllt Kriterien für Zulassung

„Unser Ziel war es schon immer, einen Impfstoff für die ganze Welt herzustellen“, sagte Gilbert. Daher wurde die Studie in drei Ländern unterschiedlicher Kontinente durchgeführt: im Vereinigten Königreich, Brasilien und Südafrika. „Das ist der wahrscheinlich beste Tag in 2020 in dem Vereinigten Königreich“, sagte sie hinsichtlich der Veröffentlichung in „The Lancet“. Die Studie sei sehr detailliert.

„Es gab keine Krankenhausaufenthalte oder Tode, die auf den Impfstoff zurückzuführen sind“, betonte Mene Pangalos, Vizepräsident der biopharmazeutischen Forschung und Entwicklung bei Astra Zeneca. „Die Wirksamkeit des Impfstoffs erfüllt die regulären Kriterien in der ganzen Welt“, sagte Pangalos hinsichtlich einer möglichen Zulassung. Auch die EU prüft derzeit eine Zulassung des Kandidaten. Astra-Zeneca-CEO Pascal Soriot betonte, dass die Veröffentlichung der Ergebnisse in „The Lancet“ zeige, dass auf Transparenz und Sicherheit gesetzt wird.

Erste Studienergebnisse: Impfstoff bietet 70-prozentigen Schutz

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Vor gut zwei Wochen gab Astra Zeneca als Zwischenergebnis der Impfstudie bekannt, dass sein Corona-Impfstoffkandidat „AZD1222″ einen 70-prozentigen Schutz bietet. Die vorläufigen Resultate bestätigen weitgehend die Daten, die die Universität und der schwedische Pharmakonzern Astra Zeneca schon im November vorgelegt hatten. Bislang erwies sich die Impfung, die in Großbritannien, Brasilien und Südafrika getestet wird, als sicher: Drei der knapp 24.000 Teilnehmer entwickelten im Zeitraum von zunächst 3,4 Monaten schwere Nebenwirkungen, bei denen allerdings unklar ist, ob sie vom Impfstoff selbst stammen. Einer der Teilnehmer zählt zur Kontrollgruppe, die die Covid-19-Impfung nicht erhalten hatte. Bei einem zweiten ist die Zugehörigkeit unklar. Alle drei seien genesen oder auf dem Weg der Besserung, hieß es.

„Glücklicher Zufall“: 90-prozentiger Schutz nach Dosierungsfehler

Die im Vereinigten Königreich, Brasilien und Südafrika durchgeführten Studien gerieten in die Kritik, weil bei der Entwicklung des Impfstoffes ein Dosierungsfehler aufgetreten war. Bei Tests in Großbritannien war aufgefallen, dass Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopf- oder Armschmerzen milder auftraten als erwartet. Anschließende Kontrollen zeigten, dass die Dosierung halb so hoch wie vorgesehen war. Anstatt die Tests abzubrechen, wurde den Probanden nachträglich eine zweite Impfung mit voller Dosis verabreicht. Ein „glücklicher Zufall“, wie Pangalos schon zuvor den Fehler bezeichnete. Denn das Vakzin wirke den ersten Studiendaten zufolge effektiver, wenn den Probanden zuerst eine halbe Impfdosis statt einer ganzen verabreicht wird.

Bei den deutlich wenigeren Teilnehmern, die versehentlich zunächst eine halbe und erst beim zweiten Mal die volle Dosis bekamen, betrug der Schutz 90 Prozent: In der tatsächlich geimpften Gruppe erkrankten drei von knapp 1367 Menschen (0,2 Prozent), in der ähnlich großen Kontrollgruppe waren es 30 (2,2 Prozent). Ob weitere Untersuchungen zu der Dosis des Impfstoffes durchgeführt werden, soll laut Pangalos bald entschieden werden.

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Dauer der Immunität noch unklar

Zur Dauer des Schutzeffekts können die Forscher bislang noch keine Angaben machen. Der Impfstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Schimpansen-Erkältungsvirus’ und enthält Genmaterial eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Anders als die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna ist das Vakzin der Oxford-Forscher also vektorbasiert. Das Mittel soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern – beide sind für die Immunabwehr wichtig. Insgesamt haben weltweit Länder bereits Milliarden Dosen bei Astra Zeneca geordert.

RND/bk/ame/lb/dpa

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