Impfreihenfolge: Wieso eine Priorisierung immer noch nötig ist

  • In Deutschland wird die Vergabe von Corona-Impfstoffen durch eine Impfreihenfolge geregelt.
  • Doch nicht alle Bundesländer halten sich noch an die Empfehlungen der Bundesregierung.
  • Noch sind die Priorisierungen aber nötig, um alte und kranke Menschen zu schützen.
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Die Impfreihenfolge sieht seit den ersten Zulassungen Ende 2020 die Priorisierung von älteren und kranken Menschen vor. Fast fünf Monate nach dem Impfstart erwägen nun immer mehr Bundesländer, die Impfreihenfolge aufzuheben. Aber wie sinnvoll ist das eigentlich?

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Dritte Prioritätsgruppe wird im Mai geöffnet

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Um ältere und kranke Menschen sowie medizinisches und Pflegepersonal zu schützen, wurde zu Beginn der Impfkampagne eine Priorisierung festgelegt. In erster Linie, weil noch nicht ausreichend Impfstoff für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stand. Doch im April erreichten die Bundesrepublik nicht nur Millionen Impfstoffdosen, durch den Impfstart in Arztpraxen seit der zweiten Aprilwoche können nun auch deutlich mehr Impfungen verabreicht werden. Deswegen wird die Kritik in der Bevölkerung gegen die Impfreihenfolge laut.

Auch das Bundesgesundheitsministerium hat eine mögliche Aufhebung der Impfpriorisierung angekündigt – allerdings erst im Juni, da Deutschland dort eine weitere große Impfstofflieferung erwartet. Nach den laufenden Impfungen alter und chronisch kranker Menschen in den ersten zwei Prioritätsgruppen solle im Mai die dritte und letzte Prioritätsgruppe geöffnet werden – dazu gehören über 60-Jährige und auch bestimmte Berufsgruppen.

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Priorisierung hängt auch von der Impfstoffverfügbarkeit ab

Die Ständige Impfkommission verteidigt die Impfreihenfolge jedoch weiterhin: „Ich finde die Diskussion um die Priorisierung mittlerweile eigentlich seltsam“, meint Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission, gegenüber ZDF heute. Ziel sei der Schutz älterer und vorerkrankter Menschen und die Priorisierung sei so lange nötig, bis ausreichend Impfstoff verfügbar ist. Erst dann sollten „möglichst viele Menschen unabhängig von Risiken möglichst schnell geimpft werden“.

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Bis spätestens Ende Juli könnte das einer Studie zufolge der Fall sein. Mehr als jeder fünfte Deutsche wurde inzwischen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft, 7 Prozent haben bereits die Zweitimpfung erhalten. Experten rechnen damit, dass mit einem ausgeklügelten System für die Terminvergabe und beschleunigten Impfungen bis Ende Juli alle Erwachsenen in Deutschland geimpft werden könnten. Bis dahin gilt es, mit der Impfreihenfolge die Schwächeren zu schützen.

RND/tmo

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