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  • Corona-Impfreihenfolge: Ärztepräsident Reinhardt kritisiert Aufhebung der Priorisierung

Ärztepräsident kritisiert Aufhebung der Impfpriorisierung

  • Ab dem 7. Juni soll bundesweit auf die Impfreihenfolge verzichtet werden, wie Bundesgesundheitsminister Spahn ankündigte.
  • Der Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt kritisiert diesen Entschluss, denn es mangelt noch immer an Impfstoff-Dosen.
  • Die Praxen würden laut Reinhard vermutlich überrannt werden, was eine Belastung für Praxismitarbeiterinnen und -mitarbeiter darstelle.
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Düsseldorf. Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat seine Kritik an der Aufhebung der Impfpriorisierung in einigen Bundesländern bekräftigt. Es seien nicht genügend Corona-Impfstoff für alle Hausarztpraxen vorhanden, sagte Reinhardt der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Donnerstag). „Wir haben immer gefordert, die Impfpriorisierung dann aufzugeben, wenn es genügend Impfstoff für die Praxen gibt. Das ist im Moment aber noch nicht der Fall“,

In einigen Bundesländern würden niedergelassene Kolleginnen und Kollegen förmlich überrannt, sagte Reinhardt. „Wenn dann nicht alle Impfwilligen unmittelbar zum Zuge kommen, führt das natürlich zu Frust, der leider auch beim Praxispersonal abgeladen wird“, kritisierte der Präsident der Bundesärztekammer. „Das geht so nicht. Das ist belastend und behindert den Praxisbetrieb enorm.“

67.000 Praxen impfen bereits, aber Unterstützung der Politik nötig

Dass der Bundesgesundheitsminister den 7. Juni als Stichtag für die bundesweite Aufgabe der Impfreihenfolge nenne, sei gut und richtig, „wenn dann bitte auch die entsprechenden Liefermengen zur Verfügung stehen“. Aber die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte benötigten an dieser Stelle auch die Unterstützung der Politik.

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„Mittlerweile 67.000 Praxen in Deutschland machen ein enormes Tempo bei den Impfungen“, sagte Reinhardt. Sie führten Wartelisten und legten Impfreihenfolgen fest. In Baden-Württemberg und Berlin ist die Priorisierung bei den Corona-Impfungen in Arztpraxen bereits aufgehoben, Bayern und Sachsen folgen in der kommenden Woche.

RND/epd

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