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Stiko-Mitglied spricht sich gegen Corona-Impfkampagne für Kinder aus: „Brauchen mehr Daten“

  • Bund und Länder streben an, Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren bis Ende August ein Corona-Impfangebot zu machen.
  • Allerdings sind sich Medizinerinnen und Mediziner noch uneins über Nutzen und Risiken.
  • Ein Stiko-Mitglied spricht sich gegen eine flächendeckende Impfungen für Jüngere aus.
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Erlangen. Stiko-Mitglied Christian Bogdan hat sich in der Debatte um Corona-Impfungen für Kinder gegen eine „generelle Kinderimpfkampagne“ ausgesprochen. „Eine Impfempfehlung kann nicht einfach deswegen ausgesprochen werden, weil es gerade gesellschaftlich oder politisch opportun erscheint“, sagte der Erlanger Immunologe, der der Ständigen Impfkommission (Stiko) angehört, den „Nürnberger Nachrichten“ (Samstagsausgabe).

Die Wirksamkeit für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren sei zwar nachgewiesen – „aber in Sachen Nebenwirkungen fehlen noch ausreichend Daten“, sagte er. „Die Immunantwort eines Kindes kann anders verlaufen als bei einem Erwachsenen. Deswegen braucht man da mehr Daten.“

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Beim Biontech-Impfstoff habe das Paul-Ehrlich-Institut beispielsweise „Hinweise für ein erhöhtes Auftreten von Herzmuskelentzündungen im zeitlichen Kontext zur Impfung, vor allem bei jungen Männern“, sagte Bogdan. „Ich will nicht die Pferde scheu machen. Aber wir brauchen eben Daten und sollten nicht eine generelle Kinderimpfkampagne starten.“

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Stiko-Mitglied: Herdenimmunität auch ohne Impfungen für Kinder erreichbar

Ziel müsse es sein, in erster Linie diejenigen durch eine Impfung zu schützen, die ein erhöhtes Risiko haben, schwer zu erkranken oder sogar zu sterben. „Eine Impfung von Kindern nur zum Zwecke des indirekten Schutzes anderer ist keine ausreichende Impf-Indikation.“ Eine Impfquote von 70 bis 80 Prozent, die als Schwelle für eine sogenannte Herdenimmunität gegen das Coronavirus gilt, sei auch ohne die umfassende Impfung von Kindern zu erreichen.

RND/dpa

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