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  • Corona-Impfgipfel am Montag: Wie kommt die Impfkampagne in Deutschland voran?

Vor Impfgipfel: Wie kommt die Impfkampagne in Deutschland voran?

  • Am Montag diskutieren Bund und Länder über die Frage, ob Geimpfte früher ihre Freiheitsrechte zurück bekommen.
  • Im europäischen Vergleich kommt Deutschland allerdings eher mittelmäßig mit seiner Impfkampagne voran.
  • Derzeit haben rund 23 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine Impfung erhalten.
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Am Montag treffen sich Bund und Länder zu einem Impfgipfel. Darin soll es unter anderem um die Frage gehen, ob vollständig gegen das Coronavirus geimpfte oder von einer Covid-19-Erkrankung genesene Menschen auf Lockerungen von Beschränkungen hoffen können. In einem Eckpunktepapier des Bundesjustizministerium, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt, heißt es, was Einreiseregelungen angehe sowie den Zugang zu Ladengeschäften und bestimmten Dienstleistungen, sollen Menschen, die gegen Covid-19 geimpft sind, und Genesenen dieselben Ausnahmen eingeräumt werden, die bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 für negativ auf das Coronavirus Getestete gelten.

Doch wie ist aktuell der Stand bei den Impfungen?

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Wie viele Menschen in Deutschland sind geimpft?

Am 23. April 2021 wurden laut Impfdashboard in Deutschland 512.062 Impfdosen verabreicht. Insgesamt sind 5.855.864 Menschen Deutschland vollständig geimpft. Das sind 7 Prozent. Insgesamt haben 18.965.663 Personen mindestens eine Impf­dosis erhalten – also 22,8 Prozent. Innerhalb Deutschlands sind die Unterschiede nicht sehr groß. Im Saarland haben bereits 25,3 Prozent der Menschen mindestens eine Erstimpfung erhalten. In Hessen sind es erst 20,8 Prozent.

Anfang April ist die Zahl der wöchentlich verimpften Dosen merklich gestiegen. Die meisten Impfungen wurden am 14. April 2021 mit insgesamt 772.168 Dosen durchgeführt.

Sind viele Impfstoffdosen unverimpft?

Bis zum 18. April 2021 wurden 25.491.976 Dosen Impfstoff geliefert. Davon sind laut Impdashboard bis zum 23. April 97,4 % verimpft worden.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hatte zuletzt gegenüber dem RND kritisiert, dass „mehr als fünf Millionen Impfdosen ungenutzt gelagert“ würden. Gesundheitsminister Jens Spahn wies das am Freitag zurück. Bis zur nächsten Lieferung zu Wochenbeginn würden zwei von aktuell vier Millionen zurückgehaltenen Dosen verimpft. Die übrigen seien verplant. Vom Astrazenenca-Vakzin seien wenige 100.000 unverimpft.

Von den mehr als 25 Millionen gelieferten Dosen sind die meisten von den Unternehmen Biontech/Pfizer (rund 17.6 Millionen) produziert worden. Astrazeneca lieferte demnach rund sechs Millionen, Moderna rund 1,9 Millionen Dosen.

Mit wie viel Impfstoff ist demnächst zu rechnen?

Im zweiten Quartal sollen insgesamt 70 Millionen Dosen anrollen. Die Hersteller Biontech/Pfizer wollen bis Ende Juni zusätzlich 50 Millionen Dosen für die EU-Staaten bereitstellen. Dazu kommen Lieferungen von Moderna und Astrazeneca – und auch das von der EU-Arzneimittelbehörde EMA gerade erneut überprüfte Mittel von Johnson & Johnson. Davon reicht eine einzige Spritze, ein Termin für eine sonst nötige zweite Impfung ist nicht notwendig.

Wie geht es mit der Impfkampagne weiter?

Im Juni sollten neben Hausärzten auch Betriebsärzte regelhaft einbezogen werden. Nach den laufenden Impfungen alter und chronisch kranker Menschen in den ersten zwei Prioritätsgruppen solle im Mai zunächst die dritte und letzte Prioritätsgruppe geöffnet werden. Dazu gehören über 60-Jährige und auch bestimmte Berufsgruppen. Gesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass im Juni mit einem Ende der bisherigen festen Impfreihenfolge in Deutschland zu rechnen sei. Das bedeute nicht, dass allen gleich ein Termin gegeben werden könne.

RND/dpa/asu

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