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Intensivmediziner schlagen Alarm: bei ungebremstem Anstieg der Corona-Zahlen „zusätzliche Maßnahmen“ im Dezember nötig

  • Immer mehr Covid-19-Erkrankte müssen im Krankenhaus behandelt werden – und die Intensivstationen stehen erneut an der Belastungsgrenze.
  • Bereits jetzt müssen mancherorts Patientinnen und Patienten verlegt werden und planbare OPs verschoben werden, betont Divi-Präsident Marx.
  • Sollte sich die Lage nicht bessern, würden "zusätzliche Maßnahmen" zur Pandemiebewältigung benötigt.
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Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, hat an die Politik appelliert, bei einem ungebremstem Anstieg der Corona-Zahlen im Dezember weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu ergreifen. „Die Corona-Lage ist sehr besorgniserregend und momentan nicht unter Kontrolle“, sagte Marx am Montag in einer Pressekonferenz.

Sollte sich die Lage in den Intensivstationen weiter zuspitzen, müsse die Politik „für den 9. Dezember zusätzliche Maßnahmen vorbereiten, um die vierte Welle einzudämmen“, forderte er. Am 9. Dezember soll die nächste Mi­nis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz von Bund und Länder stattfinden, in der geprüft werden soll, ob die Maßnahmen ausreichen.

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„Brauchen Unterstützung“: Divi-Präsident spricht sich für mehr mobile Impfteams aus

Die Divi erfasste zuletzt bundesweit 3675 Corona-Patientinnen und -Patienten, die in Deutschland intensivmedizinisch behandelt werden müssen, wovon 51 Prozent invasiv beatmet werden. Allein in der vergangenen Woche seien knapp 1200 neue Covid-19-Intensivpatientinnen und -Intensivpatienten dazugekommen, so Marx. Bereits jetzt müssen unter anderem in Thüringen Covid-19-Erkrankte verlegt werden, da manche Intensivstationen überlastet sind, wie Marx sagte. Hinzu komme, dass Pflegerinnen und Pfleger wegen der Belastung in der Corona-Krise ihre Arbeitszeiten reduziert haben oder gar gekündigt haben.

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„Wir brauchen Unterstützung“, sagte Marx und betonte: „Die Impfung ist der Schlüssel zu Pandemiebewältigung – auch die Booster-Impfung.“ Dazu brauche man unter anderem mehr mobile Impfteams. Eine Impfpflicht für Mitarbeitende in medizinischen Einrichtungen halte Marx jedoch nicht für sinnvoll. „Wir sind gegen eine Impfpflicht für eine einzelne Gruppe“, sagte Marx. Allerdings sehe er eine moralische und ethische Verpflichtung für Mitarbeitende in Pflege und Klinik, sich impfen zu lassen, um Patientinnen und Patienten zu schützen.

Marx appellierte zudem an die Bevölkerung, „persönlich Verantwortung zu übernehmen“ und sich weiter an die Corona-Regeln zu halten, also unter anderem die Maskenpflicht zu beachten sowie die Masken richtig zu tragen. Außer zu einer Kontaktbeschränkung rät der Divi-Präsident außerdem dazu, dass sich Menschen häufiger testen lassen – auch Geimpfte.

Prognose: Intensivbettenbelegung abhängig von bundesweiter Sieben-Tage-Inzidenz

Intensivmediziner Christian Karagiannidis, Leiter des Divi-Intensivregisters, wies in der Pressekonferenz auf eine Prognose zur Covid-19-Intensivbelegung hin, die er in Zusammenarbeit mit dem Mathematiker Andreas Schuppert von der RWTH Aachen erarbeitet hat. Demnach wird von einem Zusammenhang zwischen der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz und der Intensivbettenbelegung ausgegangen: Während bei einer Inzidenz von 400 etwa 4000 belegte Intensivbetten im Winter erwartet werden, könnten es bei einer Inzidenz von 600 sogar mehr als 6000 sein.

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