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Hohe Impfquote, viele Infektionen: Der Fall Gibraltar zeigt trotzdem, dass die Impfung wirkt

  • Gibraltar hat eine hohe Impfquote, trotzdem steigt die Inzidenz gerade rapide.
  • Die Regierung rät deshalb abermals zur Vorsicht. Dass die Inzidenz steigt, liegt vor allem an der Teststrategie des Landes
  • Einen Grund zur Panik gibt es gerade nicht – und Weihnachten wird in dem Land auch nicht abgesagt.
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Gibraltar. „Bin überrascht, dass ich das überhaupt sagen muss“, meldete sich am Freitag Gibraltars Chief Minister Fabian Picardo auf Twitter, „aber Gibraltar hat Weihnachten nicht abgesagt.“ Vorsichtig sollen die Leute allerdings bitte sein, auch zu Weihnachten. Der Direktor für Öffentliche Gesundheit rät seinen Landsleuten „dringend“, Veranstaltungen mit vielen Leuten in geschlossenen Räumen zu meiden.

Es sind die bekannten Ratschläge, an die sich die Welt seit Ausbruch der Corona-Pandemie gewöhnen musste und welche die Einwohnerinnen und Einwohner Gibraltars dieser Tage wieder zu hören bekommen. Bemerkenswert ist dieser Aufruf zur Vorsicht nur deshalb, weil Gibraltars erwachsene Bevölkerung großteils durchgeimpft ist und deswegen hoffte, sich etwas mehr Entspanntheit leisten zu können. Aber nun leider doch noch nicht. Auch nicht in den Weihnachtstagen.

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Keine dramatische Lage

Am Donnerstag vergangener Woche meldete die Regierung der 34.000-Einwohner-Kolonie einen „dramatischen Anstieg“ der Neuansteckungen mit dem Coronavirus. Seitdem sind viele Menschen etwas nervös. An diesem Freitag waren auf der Felsenhalbinsel 668 aktive Covid-Fälle bekannt, ziemlich genau halb so viele wie Anfang des Jahres, als die Pandemie in Gibraltar ihren bisherigen Höhepunkt erreichte.

Dramatisch ist die Lage zurzeit dennoch nicht: Nur zwei Covid-Patienten lagen am Freitag im Krankenhaus, keiner auf der Intensivstation. Dass man in der Kolonie derart viele Fälle entdeckt, liegt unter anderem an den vielen Tests, die hier durchgeführt werden. Zum Beispiel in der letzten Oktoberwoche: Da wurden nach Zahlen der Regierung in Gibraltar 15,4 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner auf das Virus getestet, in der spanischen Nachbarprovinz Cádiz dagegen 0,6 Prozent. Und wo viel getestet wird, wird auch viel entdeckt.

Ähnliche Impfrate wie in Spanien

Aber so oder so: Die Fallzahlen steigen. Trotz hoher Impfraten. Die liegen allerdings nicht bei nahezu 100 Prozent, wie manche Statistiken vermelden. Wahrscheinlich eher bei knapp 90 Prozent der Impffähigen, also der über 12-Jährigen. Ganz ähnlich wie in Spanien. Das sagen Kenner der beiden Systeme. Dass Gibraltar in manchen Vergleichstabellen so überragend gut dasteht, liegt an der gewaltigen Zahl der hier verabreichten Impfdosen, mit der die gesamte Bevölkerung fast anderthalb Mal hätte durchgeimpft werden können. Doch viele dieser Impfdosen gingen an Grenzgänger, die täglich aus Spanien nach Gibraltar zur Arbeit einreisen, das sind immerhin rund 15.000 Menschen.

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Die Mehrzahl der Neuinfizierten in Gibraltar sind Ungeimpfte, vor allem Kinder, aber auch ein paar Erwachsene. Am Freitag waren es 29 Ungeimpfte und 27 Geimpfte, die neu als Corona-Infizierte entdeckt worden waren. In Gibraltar ist es wie überall: Auch wer geimpft ist, kann sich anstecken. Dass er im Krankenhaus landet, ist aber eher unwahrscheinlich.

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