Zufriedenheit im Lockdown: Erwachsene waren weniger glücklich

  • Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Zufriedenheit der Menschen in Deutschland aus?
  • Laut einer Befragung aus dem Mai und Juni 2020 sind Erwachsene etwas unzufriedener geworden.
  • Überraschend: Der Effekt war bei allen Altersgruppen etwa gleich stark zu beobachten.
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Bamberg. Erwachsene in Deutschland sind zu Beginn der Corona-Pandemie etwas unzufriedener geworden – und zwar unabhängig vom Alter in ähnlichem Maße. Das geht aus einer Auswertung des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe in Bamberg hervor, die am Donnerstag vorgestellt wurde. „Dass der Rückgang der Zufriedenheit bei allen Altersgruppen etwa gleich stark war, hat uns überrascht“, sagte Philipp Handschuh, Hauptautor der Auswertung. „Wir hatten vermutet, dass die Zufriedenheit der Älteren durch Reduktion der sozialen Kontakte besonders leidet.“

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Im Mai und Juni 2020 – also während des ersten Lockdowns oder kurz danach – waren 2273 Männer und Frauen in Deutschland im Alter von 33 bis 76 Jahren zu ihrer subjektiv eingeschätzten Zufriedenheit in Bezug auf Gesundheit, Lebensstandard oder Familienleben befragt worden. Dabei kamen Durchschnittswerte von 6,8 bis 7,6 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10 heraus. Das ist knapp ein Punkt weniger als vor der Pandemie. Der Befund zeige sich bei allen befragten Altersgruppen gleichermaßen, wie das Institut mitteilte.

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Man müsse einschränken, dass bei der Online-Umfrage vor allem Ältere mit Zugang zu digitaler Technik erreicht wurden, die fehlende Kontakte damit zum Teil kompensieren konnten, sagte Handschuh.

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Größte Sorge: Kluft zwischen Arm und Reich wächst weiter

Alle Altersgruppen sorgten sich demnach ähnlich um eine Überlastung des Gesundheitssystems oder eine längere schwere Wirtschaftskrise. Am größten war die Sorge, dass die Kluft zwischen Arm und Reich durch die Pandemie weiter wachsen würde.

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Unterschiede gab es dagegen bei den Zukunftserwartungen – die Älteren waren hier wesentlich optimistischer. Befragte über 65 hielten etwa Geldprobleme, Einschränkungen des Lebensstandards sowie finanzielle Notlagen oder eine Corona-Infektion Angehöriger für deutlich unwahrscheinlicher als Jüngere.

RND/dpa

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