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Coronavirus: Darum sterben trotz sinkender Fallzahlen immer noch so viele Menschen in Deutschland

  • Seit Mitte Januar sinken die Corona-Fallzahlen in Deutschland.
  • Trotzdem bleibt die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 auf einem hohen Niveau.
  • Ursache dafür ist die erhöhte Sieben-Tage-Inzidenz in den betagten Altersgruppen.
Laura Beigel
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Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland geht seit Mitte Januar sichtbar zurück. Am Dienstag verzeichnete das Robert-Koch-Institut (RKI) 6408 neue Infektionen – das sind fast 5000 Fälle weniger als in der vergangenen Woche. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 schwankt stattdessen. Zuletzt meldete die Behörde 903 neue Todesfälle. Doch woran liegt es, dass die Todeszahlen trotz sinkender Inzidenzen auf einem hohen Niveau verharren?

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Sieben-Tage-Inzidenz bei über 80-Jährigen stark erhöht

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Eine Erklärung liefert die Sieben-Tage-Inzidenz, die das RKI in seinem täglichen Situationsbericht erfasst. Diese Kennziffer bildet die Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen ab. In der Gruppe der über 80-Jährigen lag sie am Montag bei 235 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner. Damit ist die Sieben-Tage-Inzidenz in dieser Altersgruppe mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung. Bei den 60- bis 79-Jährigen waren es 87 neue Fälle pro 100.000 Einwohner.

Gerade ältere Menschen haben ein besonders hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Nach Angaben des RKI waren 86 Prozent der in Deutschland an Covid-19-Verstorbenen 70 Jahre alt oder älter. Der Altersdurchschnitt liegt bei 82 Jahren. Dass die Sieben-Tage-Inzidenz in der Gruppe der über 80-Jährigen stark erhöht ist, deutet darauf hin, dass weitere Todesfälle zu erwarten sind.

Die Zunahme der Todeszahlen wird sich allerdings erst mit zeitlicher Verzögerung in den Statistiken des RKI niederschlagen. Denn zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit vergehen im Durchschnitt fünf bis sechs Tage, ehe bei einem schweren Krankheitsverlauf gegebenenfalls eine Behandlung im Krankenhaus erfolgt. Im Umkehrschluss bedeutet das: Selbst wenn sich weniger alte Menschen infizieren, wird die Zahl der Todesfälle erst mit zeitlicher Verzögerung abnehmen.

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