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RKI-Prognose: Nach Ostern Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 300 möglich

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland dürfte in den kommenden Wochen weiter steigen.

Berlin. Ab der 14. Kalenderwoche (5. bis 11. April) könnten die Corona-Fallzahlen in Deutschland über dem Niveau von Weihnachten liegen. Diese Prognose stellt das Robert-Koch-Institut in seinem aktuellen Bericht über die Virusvarianten von Sars-CoV-2. Die Sieben-Tage-Inzidenz der britischen Coronavirus-Variante B.1.1.7, die inzwischen 88 Prozent aller Neuinfektionen ausmacht, könnte zwei Wochen nach Ostern sogar über 300 liegen. „Aufgrund der großen Verbreitung und der erhöhten Übertragbarkeit dieser Varianten muss weiterhin eine stark steigende Inzidenz von Covid-19-Fällen in Deutschland angenommen werden“, schreibt die Behörde.

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Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 134,2

Seit Anfang des Jahres zeigt sich ein exponentielles Wachstum der Sieben-Tage-Inzidenz von B.1.1.7. In jeder Woche sei die Kennzahl um 46 Prozent gestiegen und habe sich damit etwa alle zwölf bis 13 Tage verdoppelt, teilt das RKI mit. Im Gegensatz dazu sei die Sieben-Tage-Inzidenz aller übrigen Virusvarianten jede Woche um rund 19 Prozent gesunken.

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Die RKI-Prognose geht davon aus, dass der Anteil der übrigen Virusvarianten weiter abnimmt und irgendwann gegen null tendiert, während der Anteil von B.1.1.7 stetig wächst. Dadurch würde sich das Wachstum der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz schließlich an die Sieben-Tage-Inzidenz der britische Mutante angleichen. Denn die Sieben-Tage-Inzidenz ist die Summe der Sieben-Tage-Inzidenz der Variante B.1.1.7 und aller übrigen Varianten.

Das RKI hatte bereits Mitte März davor gewarnt, dass mit der Ausbreitung von B.1.1.7 die Sieben-Tage-Inzidenz steigen würde. Damals hieß es, dass die Inzidenz in der Osterwoche rund 350 betragen könnte – oder schlimmstenfalls sogar mehr als 500. Beide Prognose scheinen sich bisher jedoch nicht zu bestätigen: Am Donnerstagmorgen bezifferte die Behörde die Kennzahl mit 134,2.

Intensivmediziner sprechen sich für härteren Lockdown aus

Dass die Corona-Fallzahlen in Deutschland stark steigen, ist der leichten Übertragbarkeit der britischen Mutante geschuldet. Anders als die bisherigen Virustypen weist B.1.1.7 eine höhere Reproduktionszahl auf, das heißt, die Virusvariante infiziert durchschnittlich mehr Menschen. Gleichzeitig steht sie im Verdacht, schwerere Covid-19-Krankheitsverläufe zu verursachen. Studien aus Großbritannien und Dänemark legten beispielsweise nahe, dass die Mutante das Sterbe- und Hospitalisierungsrisiko erhöht.

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Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) fordert deshalb schon seit Längerem einen härteren Lockdown. „Wir müssen von den hohen Zahlen runter! Jetzt“, mahnte Divi-Präsident Prof. Gernot Marx. „Zwei oder drei Wochen harten Lockdown – das lässt sich ab sofort über die Osterferien besser realisieren als bisher.“ Er warnte vor Zuständen wie in Bergamo, wo im März vergangenen Jahres zahlreiche Corona-Patienten starben, weil das Gesundheitssystem überlastet war.

Auch Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité, geht von weiteren Einschränkungen aus: „Ich glaube, es wird nicht ohne einen neuen Lockdown gehen, um diese Dynamik, die sich jetzt ohne jeden Zweifel eingestellt hat, noch einmal zu verzögern“, sagte er im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“. Er rechnet damit, dass der Anteil der Virusvariante B.1.1.7 in dieser Woche auf mehr als 90 Prozent steigen wird.

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