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Experiment mit Hamstern zeigt: Masken schützen vor Corona-Infektionen

  • Forscher haben erstmals untersucht, wie zuverlässig Masken vor einer Infektion mit Corona schützen.
  • In einem Experiment mit Hamstern erhöhte eine einfache OP-Maske den Schutz vor einer Infektion mit Corona deutlich.
  • Andere Arten von Masken, etwa selbstgenähte, wurden allerdings nicht untersucht.
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Hannover. Die Maskenpflicht sorgt in Deutschland für viele Diskussionen - doch dafür, dass der Mund- und Nasenschutz gegen das Coronavirus hilft, gibt es nun wissenschaftliche Erkenntnisse: Forscher aus China und Hongkong haben nachgewiesen, dass OP-Masken die Virus-Ausbreitung einschränken können.

Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin “Clinical Infectious Diseases” veröffentlicht. Dort beschreiben die Wissenschaftler ihren Versuchsaufbau: Ein Käfig mit gesunden Hamster wurde neben einen mit infizierten Tieren gestellt. Anschließend spannten die Forscher Vlies, wie er bei OP-Masken verwendet wird, über die Käfige - und sorgten danach für einen Luftstrom, der ein Infektionsrisiko mit sich brachte.

Das Ergebnis: In der Studie sank das Infektionsrisiko gesunder Hamster um 75 Prozent, wenn über die Käfige infizierter Tiere Stoff gespannt war. Bestand nur bei den gesunden Tieren ein Schutz, halbierte sich das Infektionsrisiko immerhin.

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Einen OP-Mundschutz tragen derzeit viele - und offenbar ist das Material wirklich geeignet, die Corona-Ausbreitung einzudämmen. © Quelle: imago images/Eibner

Masken reduzierten das Infektionsrisiko

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Um das generelle Infektionsrisiko der Hamster zu überprüfen, ließen die Forscher im ersten Versuch den Maskenstoff weg. Zwei Drittel der Tiere infizierten sich laut der Studie ohne jeglichen Schutz.

Dann wurden die Masken so platziert, dass die Innenseite mit dem schützenden Vlies zu den gesunden Hamstern zeigte - so als würden sie eine Maske tragen. Im dritten Experiment zeigte das Vlies zu den kranken Tieren, als hätten diese eine Maske auf. War das Vlies auf die gesunden Hamster gerichtet, halbierte sich ihr Ansteckungsrisiko auf ein Drittel. “Trugen” die infizierten Tiere die Maske, erkrankten nur noch 17 Prozent der anderen Hamster, also viermal weniger Tiere als ohne Maske.

Am Experiment ohne Maske waren allerdings nur 15 gesunde Hamster beteiligt, an den anderen beiden zwölf gesunde Tiere. Wäre ein Tier mehr oder weniger infiziert, hätten sich die Ergebnisse signifikant verändert.

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Maskentragen ist während der Pandemie sinnvoll

Laut Autoren machen die Ergebnisse vor allem deutlich, wie wichtig das Tragen von Masken für Infizierte sei. Da es möglich ist, dass Betroffene mitunter ansteckend sind, bevor sie Symptome entwickelten und einige Infektionen wohl sogar ganz ohne Krankheitszeichen abliefen, sei Maskentragen während der Pandemie durchaus sinnvoll.

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“Die Studie ist interessant aufgebaut und technisch gut durchgeführt”, sagt der Virologe Heinz Feldmann vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases in den USA, der nicht an der Studie beteiligt war. “Sie zeigt im Tiermodell, dass OP-Maskenstoff das Infektionsrisiko verringert. Allerdings würde ich die exakten Ergebniszahlen nicht auf die Situation im Menschen übertragen.”

Ob Stoffmasken genauso gut schützen wurde nicht untersucht

Beim Hamster-Experiment wurden ausschließlich OP-Masken verwendet, ob selbst genähte Stoffmasken das Virus so gut abschirmen wie der getestete Maskentyp, beantwortet die Studie nicht. “Das hängt auch vom verwendeten Material ab. Ich würde aber davon ausgehen, dass jeder Mund-Nasen-Schutz einen positiven Effekt hat”, sagt Feldmann. In jedem Fall seien OP-Masken für die Allgemeinheit gut geeignet, auch, weil sie verfügbar und einfach anzuwenden sind.

Da laut Feldmann Tröpfcheninfektionen, nach allem was bis jetzt bekannt ist, ein Hauptübertragungsweg sei, könnten Masken insbesondere hier das Infektionsrisiko möglicherweise verringern.

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