RKI: Delta-Mutante AY.4.2 kommt in Deutschland bisher nur selten vor

  • Die neue Variante AY.4.2 des Coronavirus, die sich derzeit in Großbritannien ausbreitet, ist auch in Deutschland bereits aufgetreten.
  • Bisher kommt sie aber nur sehr selten vor, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Institut (RKI) hervorgeht.
  • Auch in weiteren Ländern wird das Auftreten des mutierten Erregers beobachtet.
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Die Variante AY.4.2 kommt in Deutschland bisher noch sehr selten vor. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurde die Mutante seit Kalenderwoche 27 (also seit Mitte Juli) in 280 der untersuchten Stichproben festgestellt, was zwischen 0 und 0,5 Prozent entspreche.

Weil die Variante von der Weltgesundheitsorganisation WHO bisher nicht als „Variant of Interest“ oder „Variant of Concern“ eingestuft worden sei, gehe man bisher im Wochenbericht des RKIs noch nicht darauf ein, teilte die Pressestelle des Instituts dem RedaktionsnetzwerkDeutschland mit. Tatsächlich hat die WHO eine solche Einstufung bisher nicht vorgenommen. Sie teilte am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass die Variante AY.4.2 beobachten werde.

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Corona: Delta-Variante mutiert
1:11 min
In Großbritannien beobachten Experten derzeit eine noch weitgehend unbekannte Mutante der Delta-Variante des Coronavirus.  © dpa
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In anderen Ländern erst einzelne Fälle

Auch in weiteren Ländern wird die Verbreitung von AY.4.2 überwacht. In den USA macht die neue Sublinie der Delta-Variante dabei ebenfalls erst einen sehr geringen Anteil der neuen Fälle aus, wie die amerikanische Aufsichtsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gegenüber dem Magazin „Business Insider“ mitteilte. Sie wurde dort in 0,05 Prozent der sequenzierten Proben festgestellt. Die Linie AY.4 – von der sich AY.4.2 abgespalten hat – mache hingegen etwa 11 Prozent der Infektionen mit der Delta-Variante in den Vereinigten Staaten aus.

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Die britische Regierung hatte in dieser Woche bekannt gegeben, dass sie das Auftreten von AY.4.2 genauer verfolgt. AY.4.2 wurde dort in der Woche Ende September/Anfang Oktober bereits in sechs Prozent aller sequenzierten Corona-Proben nachgewiesen. Aus anderen Ländern wurde ein solcher Trend bisher aber noch nicht bestätigt. Einzelne Fälle wurden nicht nur aus den USA und Deutschland, sondern unter anderem auch aus Israel und Dänemark gemeldet. Auch Russland verzeichnete erste Fälle, wie ein Vertreter der Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor laut Agentur Interfax sagte.

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AY.4.2 weist zwei Mutationen am Spike-Protein auf, die bereits von anderen Varianten des Coronavirus bekannt sind, allerdings nicht von solchen, die als besonders infektiös eingestuft wurden. Die britischen Behörden schätzen, dass das mutierte Virus um bis zu 10 Prozent leichter übertragbar sein könnte, gesichert ist das aber noch nicht. Die amerikanische Behörde CDC sieht bisher keinen Hinweis darauf, dass AY.4.2 die Wirksamkeit von Impfungen oder Medikamenten abschwächen könnte.

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