Corona-Ausbruch bei Tönnies: Diese Produkte enthalten das Fleisch des Betriebs

  • Mehr als 1300 Mitarbeiter eines Tönnies-Schlachtbetriebs haben sich mit dem Corona-Virus infiziert.
  • Einige Experten warnen davor, dass betroffene Fleisch roh zu konsumieren.
  • Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat die Produkte identifiziert.
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Der Ausbruch des Corona-Virus in dem Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh hat weitreichende Folgen. Inzwischen sind mehr als 1300 Mitarbeiter der Fabrik positiv auf den Virus getestet worden, alle Mitarbeiter sind in Quarantäne. Müssen sich Verbraucher Sorgen um die eigene Gesundheit machen?

Bisher seien laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) keine Fälle bekannt, in denen Sars-CoV-2 über Lebensmittel übertragen wurde. Nach derzeitigem Wissensstand sei es deshalb unwahrscheinlich, dass Lebensmittel Quelle einer Infektion mit dem Virus sein könnten, erklärt die Verbraucherzentrale.

Trotzdem sollten Verbraucher bei der Zubereitung von Produkten der Marke Tillmann’s oder Böklunder möglicherweise besonders vorsichtig sein. Der Hygiene-Facharzt Klaus-Dieter Zastrow warnte gegenüber der “Bild”-Zeitung, dass das Fleisch gefährlich sein könnte. “Wenn es nicht stark erhitzt wurde, kann man es nicht mehr verwenden”, so der Hygiene-Experte. Die Zubereitung auf dem Grill oder in der Pfanne würde das Virus demnach deaktivieren.

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Ein Risiko bei dem betroffenen Fleisch sieht auch Epidemiologie-Professor Timo Ulrichs, der gegenüber dem TV-Sender “RTL” erklärte: “Die Gefahr bei einer Kontamination von Oberflächen, also auch von den Oberflächen des hergestellten Fleisches, ist natürlich gegeben, weil man weiß, dass das Virus sich auf Oberflächen länger halten kann.” Das Fleisch solle demnach nicht roh verzehrt werden.

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Betroffene Produkte durch Identifikationskennzeichen erkennbar

Fleisch aus dem betroffenen Betrieb lässt sich anhand des Identifikationskennzeichen erkennen, mit dem in der gesamten EU Tierprodukte gekennzeichnet werden müssen. Laut einer Recherche der Verbraucherzentrale in NRW über die unter anderem das “Hamburger Abendblatt” berichtet, sind folgende Kennzeichen aus der Tönnies-Fabrik in Rheda-Wiedenbrück:

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  • DE NW 20028 EG
  • DE NW 20045 EG
  • DE NW 20202 EG

Markenprodukte von Tillmann’s bis Böklunder und Gutfried betroffen

Anhand des Produzentencodes lässt sich nachvollziehen, in welchen Produkten das Fleisch auftaucht. Das Fleisch aus dem Tönnies-Betrieb wird demnach unter anderem von der “Zur Mühlen Gruppe” verwendet, zu der bekannte Marken gehören. Das Fleisch für einen Teil der Produkte folgender Marken stammt aus der Fabrik in Rheda-Wiedenbrück:

  • Tillmann’s
  • Nölke (Müritzer, Menzefricke, Gutfried)
  • Böklunder
  • Könecke
  • Schulte
  • Zerbster Original
  • Plumrose
  • Redlefsen

Neben den Markenprodukten der “Zur Mühlen Gruppe” erhalten auch einige Eigenmarken verschiedener Discounter das Fleisch aus dem Betrieb. Sowohl Lidl als auch Aldi Süd beziehen das Fleisch für die Marken “Landjunker und “Meine Metzgerei” - auch einige gastronomische Betriebe sowie Lieferanten sind betroffen.

RND

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