WHO rät zu weiteren Entzündungshemmern bei Corona-Infektion

  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt weitere Medikamente zur Behandlung von Covid-19.
  • In die Medikamentenpalette wurden nun Tocilizumab und Sarilumab aufgenommen.
  • Die beiden Wirkstoffe gegen rheumatische Gelenksentzündungen seien für schwer kranke Corona-Patienten lebensrettend.
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Genf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat weitere Entzündungshemmer in die Medikamentenpalette zur Behandlung von Covid-19 aufgenommen. Die UN-Organisation in Genf sprach am Dienstagabend eine Empfehlung für Tocilizumab und Sarilumab aus. Die zwei Wirkstoffe, die ursprünglich für rheumatische Gelenksentzündungen entwickelt wurden, seien für schwer kranke Corona-Patienten lebensrettend, hieß es.

Daten von mehr als 10.000 Kranken in 27 klinischen Studien hätten gezeigt, dass diese Medikamente das Sterberisiko bei schwer Erkrankten um 13 Prozent senkten, teilte die WHO mit. Die verwendeten Daten sind teils noch nicht veröffentlicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass solche Patienten künstlich beatmet werden müssen, falle um 28 Prozent. Die Wirkstoffe gehören zur Gruppe der Interleukin-6-Rezeptor-Blocker.

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Viele Länder sollen Wirkstoffe herstellen können

„Der Großteil der Welt hat jedoch keinen Zugriff auf IL-6-Rezeptor-Blocker, weil sie nicht leistbar sind“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die WHO rief Pharmafirmen dazu auf, die Preise dieser teuren Medikamente zu senken und sie an ärmere Länder zu liefern, die ohnehin schon mit einem Mangel an Covid-Impfstoffen zu kämpfen haben. Außerdem sollten Lizenzen zur Herstellung in möglichst vielen Ländern erteilt werden.

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Im September hatte die WHO den Einsatz von Steroiden als Entzündungshemmer bei schweren Covid-19-Verläufen empfohlen, um extreme Reaktionen des Immunsystems zu bekämpfen.

RND/dpa

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