US-Experte Fauci macht Hoffnung in Corona-Pandemie

  • Der US-Virologe und Präsidentenberater Anthony Fauci ist vorsichtig optimistisch, was den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie betrifft.
  • Dem „Spiegel“ sagte Fauci, wenn hinreichend viele Menschen geimpft oder genesen seien, könnte Corona bald zu einer „weiteren Atemwegserkrankung“ werden.
  • Man müsse aber vorsichtig sein mit derlei Prognosen, denn das Virus habe uns schon häufiger überrascht
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Leise Töne der Hoffnung: Der Virologe und Präsidentenberater Anthony Fauci sieht eine gute Chance, dass sich die Corona-Pandemie allmählich abschwächen könnte. In einem „Spiegel“-Interview sagte Fauci, bei einer ausreichenden Impf- und Genesungsquote könnte Corona zu einer beherrschbaren Atemwegserkrankung werden. „Vielleicht ist dies bald der Fall, aber sicher ist das noch nicht“, sagte Fauci in einem Interview mit dem „Spiegel“.

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„Das Virus hat getan, was Viren zu tun pflegen: Es hat uns überrascht”

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Zugleich warnte der Präsidentenberater vor neuen Überraschungen und möglichen ansteckenderen Varianten. Fauci betonte, man müsse vorsichtig sein mit derlei Prognosen, denn „das Virus hat getan, was Viren zu tun pflegen: Es hat uns überrascht.“ So habe man nicht erwartet, dass eine Variante wie Delta auftauchen und sowohl ansteckender sei als auch schwerere Krankheitsverläufe verursache. „Zudem haben sich in den USA viele Menschen gegen die Impfung gewehrt, sodass es jetzt eine gefährdete Bevölkerungsgruppe gibt, die die Ausbreitung des Virus vorantreibt. In Deutschland ist es ja ähnlich. Dann haben wir herausgefunden, dass der Impfschutz nach einigen Monaten wieder nachlässt. Also begannen wir mit Boosterimpfungen. Und gerade als wir das gut im Griff hatten – kam Omikron!“

Fauci bleibt dennoch vorsichtig optimistisch, wenn er auf die weitere Entwicklung der Pandemie blickt. „Wir fangen an, in Studien aus Südafrika, Großbritannien und in neueren Untersuchungen aus den Vereinigten Staaten zu sehen, dass der Krankheitsverlauf bei Omikron tatsächlich deutlich milder ist. Das ist die gute Nachricht.“

Fauci wurde „für manche Leute zum Feindbild“

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Zudem gebe es viele Länder, speziell mit niedrigem und mittlerem Einkommen, in denen die Impfrate sehr niedrig sei, so Fauci. „Es wird also weiterhin ein schwelendes Infektionsgeschehen geben. Damit geben wir dem Virus die Möglichkeit zu mutieren – und es ist denkbar, dass die nächste Variante nicht nur ansteckender ist, sondern auch schwerere Krankheitsverläufe verursacht.“ Deshalb dürfe man jetzt nicht den Fehler machen zu sagen, „so, Omikron ist weniger schlimm, wir sind durch mit der Pandemie.’“

Angesprochen auf persönliche Bedrohungen bis zu Mordaufrufen beklagte der Präsidentenberater die gesellschaftliche Spaltung in den USA. Extremisten behaupteten, er habe „das Virus erschaffen, was natürlich vollkommen absurd ist“. Weil er sich fürs Impfen und Maskentragen einsetze, sei er „für manche Leute zum Feindbild“ geworden, so Fauci. „Sie erfinden Lügen über mich, und wenn man die in den sozialen Medien oft genug wiederholt, bekommen Menschen, die ein bisschen durchgeknallt sind, das Gefühl, sie müssten sich dieser Person entledigen, die ihnen da angeblich die Freiheit raubt.“ Er finde das „sehr, sehr beunruhigend“.

RND/dk/dpa

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