Gefängnisse und Pflegeheime: Diese Einrichtungen haben das höchste Coronavirus-Risiko

In Gefängnissen leben viele Menschen auf engem Raum und können sich so leichter gegenseitig anstecken.

In Gefängnissen leben viele Menschen auf engem Raum und können sich so leichter gegenseitig anstecken.

Menschen weltweit mussten ihr Leben wegen der Coronavirus-Pandemie drastisch umstellen. Doch was ist mit denjenigen, die das nicht können? Immer wieder hört man von erkrankten Gefängnisinsassen und infiziertem Personal im Gesundheitswesen. Diese Einrichtungen haben ein besonders hohes Risiko.

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Schutzmaßnahmen in Gefängnissen nicht umsetzbar

Social Distancing, Hände waschen und frische Luft: Diese Vorgaben gelten als entscheidende Maßnahmen, um das Coronavirus zu bekämpfen. Aber genau das ist hinter Gittern oft nicht möglich – folglich ist in Gefängnissen das Gesundheitsrisiko stets deutlich erhöht, sollte ein Häftling oder Mitarbeiter das Coronavirus einschleppen. Immer wieder wird von Corona-Ausbrüchen in Gefängnissen berichtet, besonders in den USA. So zum Beispiel in der Strafvollzugsanstalt San Quentin, wo sich inzwischen bereits 46 Insassen infiziert haben. The Guardian hatte darüber berichtet.

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Laut der New York Times haben sich alleine in den USA fast 70.000 Insassen infiziert. Auch die Zahl der Todesfälle sei im Mai um über 70 Prozent gestiegen. Die rasche Zunahme der Infektionszahlen hinter Gittern sei darauf zurückzuführen, dass während der Proteste gegen Polizeigewalt zahlreiche Demonstranten in überfüllten Arrestzellen in örtlichen Gefängnissen untergebracht wurden. Das Testverhalten auf das Coronavirus in den Strafvollzugsanstalten ist der “New York Times” zufolge sehr unterschiedlich, häufig stünden allerdings keine Tests zur Verfügung.

Gefängnisinsassen haben oft ein geschwächtes Immunsystem

Matthias Stoll, Infektiologe an der Medizinischen Hochschule Hannover, macht die Masse der Menschen, die auf engem Raum zusammenleben, verantwortlich für das große Risiko in Gefängnissen. Der fehlende Luftaustausch und die geschlossenen Räume begünstigen eine mögliche Virusverbreitung.

Auch die WHO hält Häftlinge für besonders gefährdet. Ihr Immunsystem sei häufig geschwächter als das der restlichen Bevölkerung. Außerdem rauche ein Großteil der Insassen. In vielen Ländern mangele es Häftlingen außerdem an einer ausreichenden Gesundheitsversorgung und Hygiene.

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Corona: Erhöhtes Ansteckungsrisiko auch in Pflegeheimen

Ein weiterer Brennpunkt der Pandemie: Pflegeheime. Dort trifft das Virus Menschengruppen, die aufgrund von Vorerkrankungen geschwächt sind. So zum Beispiel im Fall Wolfsburg, wo sich im März rund die Hälfte der meist hochbetagten Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Erreger angesteckt hat, 45 sind in Folge der Infektion gestorben. In den USA wurden der dpa zufolge in Altenheimen 60.000 Corona-Fälle registriert, fast die Hälfte der Erkrankten starb.

Aber nicht nur die Alten und Schwachen sind gefährdet, auch das Pflegepersonal hat mit der neuartigen Lungenkrankheit zu kämpfen. Weltweit haben sich bisher mindestens 230.000 Pflegekräfte mit dem Coronavirus infiziert, 600 sind daran gestorben.

RND/tmo

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