Coronavirus: So ausgelastet sind die Intensivbetten in Europa

  • Allerorten wird vor der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus und vor steigenden Inzidenzen gewarnt.
  • Gleichzeitig wächst der Anteil an Geimpften und die Lage auf den Intensivstationen entspannt sich zusehends.
  • Wie sieht eigentlich die Lage in anderen Ländern aus – ein Blick nach Europa.
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Das Robert Koch-Institut (RKI) ist sich sicher: Wenn die Impfquote weiter steigt, dann sei eine vierte Welle zu vermeiden, heißt es in einer Mitteilung von vergangener Woche. Wenn allerdings im Herbst nicht 85 Prozent der Zwölf- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft seien, würden auch die Belegungszahlen auf den Intensiv­stationen wieder steigen. Die geben in Deutschland derzeit Anlass zu Optimismus. Denn sie sind ein wichtiger Indikator für eine Entspannung der Situation, so Mediziner und Medizinerinnen sowie Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen.

Mit Stand vom 11. Juli waren 433 Betten auf deutschen Intensivstationen durch Covid-19-Patienten belegt. Auf dem Höhepunkt der Pandemie, Anfang Januar, waren es beispielsweise 5762 Patienten gewesen. Auch insgesamt ist in Europa die Tendenz eindeutig.

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Unser Nachbar Österreich vermeldet per am Samstag ganze 42 wegen Covid-19 belegte Intensivbetten. Das entspricht einer Auslastung von 2 Prozent. Auch ein Blick nach Westen zeigt Zeichen der Entspannung. In Belgien, das von Corona besonders hart getroffen worden war, wurden am 9. Juli lediglich 93 durch Corona-Patienten und -Patientinnen belegte Intensiv­betten gemeldet. Mitte April hatte die Zahl noch bei 941 gelegen.

Weitere Beispiele: Kroatien (Stand 4. Juli): zehn Covid-Intensivfälle, Bulgarien (11. Juli): acht. Dänemark wies am 9. Juli neun Covid-Patienten und -Patientinnen auf Intensivstationen aus. Portugal vermeldete am Samstag 144 Intensivfälle – auf dem Höhepunkt der dritten Welle waren es am 5. Februar 904 gewesen.

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Spaniens Intensivbettenauslastung bei 6,88 Prozent

Interessant ist auch ein Blick auf die spanischen Zahlen. Das Land gilt wegen stark steigender Infektionszahlen seit Sonntag wieder als Corona-Risikogebiet. Auf den Balearen, zu denen auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören, liegt die Inzidenz im Schnitt bei 153. In ganz Spanien sind es nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vom Freitagabend sogar schon 199.

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Die Auslastung der Intensivbetten im Land hält sich dafür allerdings in Grenzen. Zwar klingt die Gesamtzahl von 627 wegen Covid-19 eingelieferter Intensiv­patienten hoch im Vergleich zu den anderen Ländern, allerdings beträgt die Auslastung spanischer Intensivbetten derzeit damit nur 6,88 Prozent. Frankreich meldete per 7. Juli zwar 997 mit Covid-Patienten und -Patientinnen belegte Intensivbetten, Ende Mai hatte deren Zahl allerdings noch bei 3206 gelegen.

Großbritannien vermeldet keine gesonderten Intensivzahlen, sondern weist nur die Zahl der Beatmungs­patienten und Beatmungs­patientinnen im Zusammenhang mit Covid-19 aus. Danach wurden per 10. Juli 417 Menschen in britischen Krankenhäusern künstlich beatmet. Die bisherige Höchstzahl in diesem Jahr hatte am 24. Januar 4077 betragen.

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Fast 5000 Corona-Patienten auf russischen Intensivstationen

Ein kritischer Ausreißer ist Russland. Nach Angaben des russischen Gesundheitsministers Michail Muraschko wurden am 9. Juli „knapp 5000 Corona-Patienten auf Intensivstationen behandelt“. Das, so Muraschko, sei ein Anstieg. Der Prozentsatz belegter Intensivbetten betrage derzeit 22 Prozent, sagte der Minister laut der Nachrichtenagentur Tass.

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Insgesamt scheint der Trend aber eindeutig bei einem Blick auf andere Länder. Und so hat der Appell des RKI aufgrund von dessen Analyse wohl europaweite Geltung: „Je niedriger im Herbst die erreichten Impfquoten sind, desto weniger sind bei Dominanz der Delta­-Variante die Basishygienemaßnahmen (Händewaschen, Abstandhalten und Maskentragen, Red.) ausreichend und weitere kontaktreduzierende Maßnahmen wären notwendig.“ Um die angestrebten Impfziele zu erreichen, sollte der Sommer „daher dringend genutzt werden“.

Mit dpa

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