Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt auf mehr als 100

  • In Deutschland steigt mit der Zahl der Corona-Tests auch der Anteil der positiv auf das Virus Getesteten an.
  • Die beinahe täglich neuen Höchstwerte wirken sich auch auf den bundesweiten Inzidenzwert aus.
  • Innerhalb der letzten sieben Tage wurden durchschnittlich 104,9 Infektionen pro 100.000 Einwohner registriert.
Michèle Förster
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In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 18.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie aus den Daten des Robert-Koch-Instituts hervorgeht, ist damit bundesweit der höchste Wert seit Beginn der Pandemie erreicht. Dieser Anstieg der positiven Tests macht sich auch in der Sieben-Tage-Inzidenz bemerkbar. Mit bundesweit durchschnittlich 104,9 Infektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen liegt auch hier ein neuer Rekordwert vor.

15 Kreise überschreiten Inzidenzwert von 200

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Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wichtiger Maßstab für die Gesundheitsbehörden und die politischen Entscheidungsträger. Ab einem Wert von wöchentlich gemeldeten 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wird in einem Landkreis über strengere Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen nachgedacht.

„Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten“, schreibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht. Während es Anfang Oktober noch kaum sogenannte innerdeutsche Risikogebiete gab – also Städte, die den Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 überschreiten –, haben mittlerweile zahlreiche Städte und Landkreise die Corona-Warnstufe erreicht. Demnach liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in 175 Kreisen bei 50 bis 100 Fällen pro 100.000 Einwohner (Stand 29. Oktober). Mittlerweile 15 Kreise überschreiten sogar den Wert von 200 Infektionen pro 100.000 Einwohner.

Die Bundesländer Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Saarland liegen dabei über dem bundesweiten Inzidenzwert.

Deutschland im europäischen Vergleich wenig betroffen

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten. Ein Zusammenhang mit den beschlossenen Kontaktbeschränkungen, Versammlungs- und Reiseverboten lässt sich daher nicht herstellen.

Mit einer 14-Tage-Inzidenz von 168,4 liegt Deutschland im Europavergleich weiter hinten. © Quelle: European Centre for Disease Prevention and Control

Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern zeigt sich zudem, dass der deutsche Inzidenzwert zu den niedrigeren gehört. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten 14 Tage deutschlandweit bei 168,4 (Stand 29. Oktober). Die höchsten Werte verzeichnen derzeit Belgien (1498,7), Tschechien (1481,0) und Luxemburg (916,8).

Seit Beginn der Pandemie haben sich laut RKI bundesweit 499.694 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand 30.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 77 auf insgesamt 10.349. Das RKI schätzt, dass rund 345.700 Menschen inzwischen genesen sind.

mit dpa

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