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Mehr als 100.000 Corona-Tote in Deutschland: eine Einordnung in Grafiken

Diese Animation veranschaulicht, wie viele Corona-Tote es zu welchem Zeitpunkt in der Pandemie gegeben hat.

Im März 2020 stirbt in Deutschland zum ersten Mal ein Mensch nach einer Infektion mit dem damals noch neuen Erreger Sars-CoV-2. Es handelt sich um eine 89-jährige Frau aus Essen. Das zweite und dritte offizielle Todesopfer sind zwei Männer aus dem Kreis Heinsberg.

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Nun, fast zwei Jahre später, sind in Deutschland mehr als 100.000 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das Robert Koch-Institut gab die Zahl am Donnerstagmorgen mit 100.119 an. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 351 Todesfälle verzeichnet.

Eine Möglichkeit, sich dieser Zahl zu nähern, ist, Menschen wie den Intensivpfleger Ralf Berning erzählen zu lassen, wie es sich anfühlt, zahlreiche Patienten und Patientinnen in den Tod begleiten zu müssen. Eine andere ist es, die Zahlen in einen Kontext einzubinden, sie grafisch aufzubereiten – nach Alter, Geschlecht oder auch anhand der Frage, wann wie viele Menschen gestorben sind und wie die Politik darauf reagierte.

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Alter und Geschlecht der Todesopfer

Fast zwei Drittel der Menschen, die bisher durch Corona ums Leben gekommen sind, waren älter als 80 Jahre. Die Deutsche Gesellschaft für Pathologie schätzt, dass die Verstorbenen im Durchschnitt noch rund zehn Jahre zu leben gehabt hätten.

Die Männer sind unter den Verstorbenen leicht in der Mehrheit. Ein möglicher Grund ist, dass sie häufiger als Frauen einer Berufstätigkeit nachgehen und sich damit einem größeren Ansteckungsrisiko aussetzen. Auch eine generell größere Risikobereitschaft vieler Männer könnte eine Ursache sein. Möglicherweise gibt es aber auch medizinische Gründe. Klar ist nur: Der Effekt zeigte sich schon vor einem Jahr und auch nicht nur in Deutschland.

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Welche Auswirkung hatte die Impfung?

Vor einem Jahr lag die Zahl der täglichen Covid-Todesfälle in etwa auf demselben Niveau wie heute. Inzwischen gibt es jedoch die Impfungen, und auch über die Behandlungsmöglichkeiten ist mehr bekannt. Welchen Effekt hatten diese Mittel?

Im vergangenen Jahr gab es deutlich weniger Neuinfektionen. Die Impfungen dürften also viele schwere Verläufe verhindert haben. Denn auch wenn sie nicht zu 100 Prozent vor der Krankheit schützen, verringern sie das Sterberisiko doch deutlich. So starben um den Jahreswechsel 2020/2021 rund 4 Prozent der Infizierten in Deutschland an dem Virus. In den vergangenen Wochen betrug die Sterbequote unter Corona-Infizierten laut Robert Koch-Institut in der Regel weniger als 0,6 Prozent.

Wann die Menschen starben – und wie die Politik reagierte

Der Höhepunkt der vierten Welle dürfte Deutschland noch bevorstehen, denn die Todesfälle hinken den Neuinfektionen etwa drei Wochen hinterher. Die derzeitigen Todeszahlen sind also eine Folge der Inzidenz von Anfang November. Seither hat sich die Zahl der erkannten Corona-Fälle mehr als verdoppelt. Die Folgen der derzeitigen Inzidenz zeigen sich dann also Mitte Dezember. Andersherum steigt die Zahl der Intensivpatientinnen und ‑patienten und der Toten noch einige Zeit weiter, wenn die Infektionszahlen schon wieder sinken. Der Virologe Christian Drosten geht daher davon aus, dass es noch weitere 100.000 Corona-Tote geben könnte.

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Deutschland überschreitet Schwelle von 100.000 Corona-Toten

Laut Robert Koch-Institut starben binnen 24 Stunden weitere 351 Menschen nach einer Corona-Infektion.

Wie eine Zahl dieser Größe aussieht, zeigt die folgende Grafik. Darin ist jeder einzelne der mehr als 100.000 Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 als Punkt eingetragen. Vor diesem Hintergrund sind die wichtigsten Stationen der Pandemie auf einer Zeitleiste aufgeführt. Sie zeigt, wann die meisten Menschen an Covid-19 starben und wie Politik und Gesellschaft darauf reagierten.

Der weltweite Vergleich

Die USA haben weltweit mit mehr als 770.000 die meisten Corona-Toten zu verzeichnen. In der Europäischen Union sind insgesamt mehr als 830.000 Menschen gestorben, 100.000 davon in Deutschland. Relativ zur Bevölkerung haben die Länder Südamerikas und Osteuropas die höchsten Todeszahlen. Peru hat mit einem Höchstwert von mehr als 6000 Toten je Million Einwohner und Einwohnerinnen mehr als fünfmal so viele Opfer zu beklagen wie Deutschland. Insgesamt hat das Virus weltweit mehr als fünf Millionen Menschenleben gekostet. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

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Nachdem das Zentrum der Pandemie in den vergangenen Jahren regelmäßig den Kontinent gewechselt hat, liegt der Mittelpunkt mittlerweile wieder in Europa. Derzeit wird mehr als jeder zweite Corona-Tote weltweit hier gezählt. Wo in den vergangenen sieben Tagen im Verhältnis zur Bevölkerung die meisten Menschen starben, zeigt die folgende Grafik.

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