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  • Christian Drosten im Podcast über Corona-Impfung: Wer sich nicht impfen lässt wird sich unweigerlich infizieren

Drosten: Wer sich jetzt gegen die Impfung entscheidet, „der wird sich unweigerlich infizieren“

  • Christian Drosten blickt weiterhin zuversichtlich auf den Sommer.
  • Im Podcast „Coronavirus-Update“ ordnet der Virologe die Gefährlichkeit der indischen Corona-Mutante ein.
  • In Sachen Impfungen beschreibt er eine klare Alternative.
1:05 min
Der Virologe Christian Drosten schätzt, dass die Bevölkerung in Deutschland ungefähr in den kommenden eineinhalb Jahren immun gegen das Coronavirus wird. Dies werde durch die Impfung oder durch natürliche Infektion geschehen, sagte der Wissenschaftler im Podcast "Coronavirus-Update" am Dienstag.  © dpa
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Berlin. Der Virologe Christian Drosten schätzt, dass die Bevölkerung in Deutschland ungefähr in den nächsten eineinhalb Jahren immun gegen das Coronavirus wird. Dies werde durch die Impfung oder durch natürliche Infektion geschehen, sagte der Wissenschaftler der Charité Berlin im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info) am Dienstag.

„Dieses Virus wird endemisch werden, das wird nicht weggehen. Und wer sich jetzt beispielsweise aktiv dagegen entscheidet, sich impfen zu lassen, der wird sich unweigerlich infizieren.“ Dagegen könne man nichts tun, da die Maßnahmen mit der Zeit immer weiter zurückgefahren würden.

Danach zirkuliere das Virus in der Bevölkerung, zum Beispiel unbemerkt im Rachen von Geimpften und bei kleineren Kindern, die noch nicht geimpft werden können. „Das Virus wird unerkannterweise unter einer Decke des Immunschutzes sich weiter verbreiten. Und dann trifft es immer auch auf Leute, die nicht immunisiert sind durch eine Impfung, die voll empfänglich sind.“

Auch im nächsten Winter wird es daher nach Einschätzung des Virologen noch Covid-19-Fälle auf Intensivstationen geben. Er glaube, „diejenigen, die sich aktiv gegen die Impfung entscheiden, die müssen wissen, dass sie sich damit auch aktiv für die natürliche Infektion entscheiden. Ohne jede Wertung“, sagte Drosten. Es sei eine freie Entscheidung.

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Virologe Drosten schaut optimistisch auf den Sommer
0:59 min
Die Inzidenz geht seit etwa zwei Wochen zurück. Nun hat sich der Virologe Christian Drosten zuversichtlich über den Verlauf der Corona-Pandemie im Sommer gezeigt.  © dpa

Der Leiter der Charité-Virologie hatte bereits vor einigen Tagen im ZDF gesagt, er sei für die Zeit ab Juni zuversichtlich, denn in diesem Monat würden sich erstmals die Impfungen spürbar auswirken. „Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland.“ Am Dienstag sagte er, dass sich die Situation stark konsolidieren werde, wenn auch die jungen, sehr mobilen Menschen geimpft seien.

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Diese hätten besondere Funktionen im Übertragungsnetzwerk des Virus’. Reisen von frisch Geimpften steht der Virologe recht gelassen gegenüber: Er sehe bei ihnen derzeit keine Veranlassung für Quarantäne nach der Rückkehr.

Die Möglichkeit, sich die zwei Astrazeneca-Impfdosen in Absprache mit dem Arzt in einem Abstand von vier Wochen verabreichen zu lassen und dann in den Urlaub zu fahren, hält der Virologe für nicht verwerflich, wie er sagte. Im Vergleich zu den von der Ständigen Impfkommission empfohlenen zwölf Wochen seien dann zwar Durchschlagskraft und Nachhaltigkeit der zweiten Dosis nicht so stark. Aber es sei immer noch besser, als nur eine Dosis zu haben. Man könne sich auch in einigen Monaten erneut impfen lassen.

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Drosten bekräftigte, er gehe ohnehin davon aus, dass im Herbst bestimmte Gruppen in Abhängigkeit von Alter und Risiko großzügig gegen Covid‑19 nachgeimpft werden sollten. Ihm schwebe vor, dies auch mit der Immunisierung gegen Grippe zu verbinden. „Jemand, der ein Risiko hat für Influenza, der hat auch dieses Risiko für Covid.“

Es sei zu befürchten, dass die nächste Grippewelle schwer ausfalle, wenn man nicht mit Impfungen gegensteuere, sagte Drosten. Hintergrund ist, dass die Influenzawelle im zurückliegenden Herbst und Winter in Deutschland, aber auch in anderen Ländern ausgefallen ist – auch wegen der Maßnahmen gegen die Pandemie.

Die indische Corona-Variante, die von Großbritannien und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile als besorgniserregend eingestuft wird, hat derzeit in Deutschland aus Drostens Sicht noch keinen besonderen Verbreitungsvorteil. Die Bevölkerung hier sei noch nicht so stark immunisiert wie in Großbritannien. Die Mutante sei etwas weniger beeinträchtigt durch Impfung und Immunität.

Die Voraussetzungen für die Verbreitung solcher Varianten dürften sich laut dem Virologen aber auch in Deutschland mit dem Impffortschritt zum Herbst hin ändern. Welche Variante dann vorherrsche oder noch neu auftauche, lasse sich nicht vorhersagen. Die Mutanten bescherten dann auch keine neue Pandemie mehr, „sondern wir werden auch gegen diese Viren in der Symptomatik geschützt sein“, sagte Drosten. Es werde auch Auffrischungsimpfstoffe geben.

„Das Virus hat ein bisschen mehr Fitness, aber das bedeutet jetzt überhaupt nicht, dass das eine Riesengefahr für uns unmittelbar darstellt“, sagte Drosten über die Variante aus Indien. „Wir können dagegen animpfen. Wir sind nicht mehr so wehrlos wie letztes Jahr um diese Zeit.“

RND/dpa

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