Früherkennung von Brustkrebs: Künstliche Intelligenz besser als Mediziner

  • Das Robert Koch-Institut (RKI) prognostiziert für das Jahr 2020 rund 69.700 Brustkrebserkrankungen in Deutschland.
  • Zur Früherkennung der Tumoren könnte in Zukunft künstliche Intelligenz (KI) genutzt werden.
  • Die KI hat im Rahmen einer aktuellen Studie Brustkrebs besser erkannt als die beteiligten Mediziner.
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Hannover. Krebs gehört zu den Haupttodesursachen weltweit ebenso wie in Deutschland. Am häufigsten vertreten sind Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge bösartige Tumoren in Brustdrüse, Prostata, Dickdarm und Lunge. Und auch für das Jahr 2020 prognostizieren die Experten 69.700 Brustkrebserkrankungen hierzulande.

Bislang gilt die Mammografie, also das Röntgen der weiblichen Brust, als gängige Methode zur Früherkennung von bösartigen Tumoren in der Brustdrüse. Nun hat Google Health eine Software entwickelt, die dabei helfen soll. Sie wurde gemeinsam mit Forschern aus den USA und Großbritannien im Rahmen einer aktuellen Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature“ erschienen ist, überprüft. Hierbei wurden Datensätze von insgesamt 28.953 Mammografien ausgewertet. Das Ergebnis: Die künstliche Intelligenz erkannte Brustkrebs besser als die an der Studie beteiligten Mediziner.

Künstliche Intelligenz erkennt Brustkrebs besser als Mediziner

Im Rahmen des Versuchs unterschieden die Forscher zwei Arten unkorrekter Ergebnisse. Zum einen gab es falsche Negative, also Tumoren, die sonst nicht erkannt worden wären. Hier war die Fehlerrate der künstlichen Intelligenz bei den amerikanischen Patienten um 9,4 Prozent geringer als die der Mediziner. In Großbritannien lag der Wert bei 2,7 Prozent. Fälschlicherweise als Tumoren erkannte Gewebeveränderungen wiederum galten als falsche Positive. Hierbei fiel die Fehlerrate der KI um 5,7 Prozent (USA) und 1,2 Prozent (Großbritannien) geringer aus als die eines Radiologen.

Die unterschiedlichen Ergebnisse der beiden Länder hängen womöglich mit dem Vorgehen zusammen. Während die Röntgenaufnahmen der Probanden in Amerika von nur einem Experten beurteilt wurden, begutachteten in Großbritannien zwei Mediziner die anonymisierten Daten.

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Vorherige Mammografien und Patientengeschichte nicht unerheblich

Zu beachten ist der Studie zufolge jedoch, dass auch die Radiologen Tumoren gefunden haben, die die künstliche Intelligenz wiederum nicht entdeckt hat. Ihnen stünden schließlich die individuelle Patientengeschichte und vorangegangene Mammografien zur Verfügung, meint Google. Eine Expertise, die nicht durch KI zu ersetzen sei.

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In einem Video, das die Northwestern University in Illinois auf der Videoplattform Youtube hochgeladen hat, erklärt Google-Programmierer Scott McKinney deshalb: „Wir wollen Radiologen mit diesen Werkzeugen befähigen und hoffen, dass sie allgegenwärtig werden – wie bei Rechtschreibprüfungen. Ohne sie schreibt man keine E-Mail mehr. Und wir hoffen, dass kein Arzt mehr eine Mammografie ohne die Unterstützung künstlicher Intelligenz auswertet.“ Auf diese Weise könnten den Forschern zufolge 9 Prozent mehr Krebserkrankungen frühzeitig entdeckt werden.

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