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Biontech-Vorstandschef Sahin: „Wir glauben, dass das die Zukunft der Krebstherapie ist“

Biontech-Gründer Ugur Sahin.

Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin hat erneut seine Hoffnung ausgedrückt, mithilfe der mRNA-Technologie neue Therapiemöglichkeiten im Kampf gegen Krebserkrankungen zu entwickeln. „Die Therapie soll einen Rückfall verhindern oder verlangsamen. Das kann die aktuelle Standardtherapie nicht“, sagte der 56-Jährige der „Bild“-Zeitung. „Wir glauben, dass das die Zukunft der Krebstherapie ist.“

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Die Hoffnung sei, dass die mRNA-Technologie, die bereits beim Corona-Impfstoff zum Einsatz kommt, etwa beim Darmkrebs einen „gezielten Angriff des Immunsystems auf einzelne Krebszellen“ ermögliche. „Diese können sich noch im Körper der Patienten, die nach einer OP zunächst tumorfrei erscheinen, befinden und sind in Bildgebungsverfahren – zum Beispiel Computertomografie – nicht sichtbar“, erläuterte Sahin der Zeitung.

Biontech arbeite daran, dass der Körper solche Tumorzellen mit der Hilfe einer mRNA-Therapie aufspüren und zerstören könne. „Mit einer rechtzeitig eingesetzten mRNA-Therapie möchten wir erreichen, dass Metastasen gar nicht erst entstehen, der Krebs nicht erneut ausbricht“, so Sahin. Er hoffe, in etwa drei Jahren weitere Daten vorliegen zu haben. „Diese sind ausschlaggebend für die weitere Entwicklung der Therapie.“

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„Wir möchten erreichen, dass Metastasen gar nicht erst entstehen“

Bei Biontech befinden sich zurzeit zwei Immuntherapieansätze gegen Krebs in der klinischen Phase zwei. Sie zielen auf die Behandlung von Dickdarm- und schwarzem Hautkrebs. Die Therapie komme aber auch für andere Krebsarten infrage, so Sahin, der Bauchspeicheldrüsenkrebs, Brustkrebs, Blasenkrebs und Leberkrebs als Krebsarten mit häufigen Rückfällen nannte.

Über seine Motivation, nach neuen Forschungsansätzen zu suchen, sagte Sahin: „Als Wissenschaftler möchte ich Dinge wirklich verstehen, ihnen auf den Grund gehen. Als Mediziner sehe ich zudem, wo bessere Therapien gebraucht werden.“ Er hoffe, dass viele Patienten von der Forschung profitieren könnten. „Nicht nur die, die man als Arzt einzeln behandeln kann.“

Im Dezember hatte Biontech in Mainz Richtfest für die laut Unternehmen weltweit erste Anlage für die Herstellung individualisierter Produkte für die Krebsimmuntherapie gefeiert. Sollten die laufenden Entwicklungen Erfolg haben, sollen dort jährlich mehr als 10.000 Chargen für die maßgeschneiderte Therapie krebskranker Menschen hergestellt werden. Sahin hatte in der Vergangenheit allerdings mehrfach betont, dass es „keine Garantie“ gebe, dass die Forschungen am Ende Erfolg haben und ein Medikament zugelassen werde.

RND/seb

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