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Biontech-Chef zu Corona-Mutationen: „Kein enormer Druck, den Impfstoff anzupassen“

  • Neue Virusvarianten könnten den Erfolg der bislang zugelassenen Impfstoffe gefährden.
  • Akute Veränderungen seien beim Biontech-Impfstoff aber nicht notwendig, sagt Biontech-Chef Ugur Sahin.
  • Eine Anpassung an neue Varianten und die Kombination unterschiedlicher Vakzine für einen ausreichenden Schutz sei aber grundsätzlich denkbar.
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Biontech arbeitet bereits an einer nächsten Generation seines Corona-Impfstoffes „BNT162b2“. Allerdings würden veränderte Impfstoffkomponenten nicht dringend notwendig werden, sagte der Biontech-Chef Ugur Sahin bei einem Briefing des Science Media Center. Es gehe vielmehr darum, dass ein veränderter Impfstoff angesichts neuer Virusvarianten grundsätzlich ermöglicht werden könnte. Die Situation zu den neuen Virusvarianten sei „noch ein bisschen unübersichtlich“. Derzeit gehe es bei Biontech prioritär darum, ausreichend Impfstoff zu liefern – damit bis Ende des Sommers alle Menschen geimpft werden. „Das ist der absolute Fokus“, betonte Sahin.

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Bei der britischen und brasilianischen Virusvariante sei derzeit nicht abzusehen, dass sie die Impfstofferfolge gefährden. Es gebe keinen Grund für Bedenken, sagt Sahin. „Das Wesentliche ist also, dass wir keinen enormen Druck haben, den Impfstoff anzupassen.“ Bei der südafrikanischen Variante könnte der Impfstoff möglicherweise „gewisse Abstriche“ haben und einen geringeren Schutz bieten. „Wir selbst haben dafür aber noch keine Real-World-Daten.“ Es gebe noch keine eindeutige Antwort darauf. Man müsse erst lernen, wie die Impfstoffe im Detail wirken und die Immunantwort im Körper ausfällt.

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Britische Variante besorgt Biontech-Chef derzeit nicht

Grundsätzlich sei es denkbar, mRNA-Impfstoffe innerhalb von sechs Wochen zu verändern und auf Mutanten auszurichten, sagte Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. Dann müssten noch einmal rund sechs Wochen für die veränderte Produktion eingerechnet werden. Es liefen auch schon Gespräche mit der europäischen Kommission, um bei einer möglichen Anpassung der Impfstoffe keine Neuzulassung erforderlich werden zu lassen. „Das ist eine sehr gute Nachricht und vereinfacht das Verfahren sehr“, bekräftigte Cichutek gegenüber dem Science Media Center.

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„Die Variantenanpassung wird eine neue Wissenschaft sein“, prognostiziert Biontech-Chef Sahin. Aber: „Wir wollen im Moment auch keinen Impfstoff gegen neue Varianten, bei dem aber der Wildtyp nicht ausreichend neutralisiert wird“, erläuterte der Biontech-Chef. Eine andere Möglichkeit für einen verstärkten Schutz gegen Varianten sei möglicherweise auch ein weiterer Boost, der höhere Antikörpertiter hervorruft. Es könnten wahrscheinlich auch mRNA-Impfstoffe wie der von Biontech mit Vektorimpfstoffen – wie der von Astrazeneca – kombiniert werden. „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass ein mRNA-Impfstoff nicht als Boost für einen anderen Impfstoff genutzt werden kann“, so Sahin.

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Man arbeite derzeit auch daran zu verstehen, wie das Virus funktioniert: Also wie beispielsweise die Immunantwort bei den Menschen ausfällt, die trotz Impfung an Covid-19 erkranken. Es liefen auch Studien zu Impfungen bei Kindern unter zwölf Jahren und bei Schwangeren. Anhand bald vorliegender Sicherheitsdaten könne dann ein Verständnis zur Immunantwort bei diesen Personengruppen gebildet worden.

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